teebaumöl, das sanfte kraftpaket


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieAnfang der neunziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts kam das Teebaumöl in die deutsche Aromatherapie-Szene, mit ihm einige Bücher, welche die Besonderheiten dieses ungewöhnlichen ätherischen Öles erläuterten (siehe ganz unten). Einige Bücher wurden aus dem Englischen übersetzt, andere von deutschen AutorInnen recherchiert und zusammen gestellt. Alle sind inzwischen aus den Regalen der Bücherläden verschwunden, vermutlich weil das Wissen um dieses Tausendsassa-Öl inzwischen zum Allgemeinwissen gehört, man möchte es im Falle von Infektionen nicht mehr missen.

Der Geruch, den die fein gefiederten Blättchen dieses australischen Baumes absondern, ist allerdings selten ein Duftlampen-Duft, meine KursteilnehmerInnen hier in Irland haben auch immer die Möglichkeit, einen echten Tea tree-Tee zu trinken, der allerdings nicht wirklich zu den großen Genüssen zählt. Aber wie man früher so schön sagte: Wirklich wirksame Medizin muss/darf nicht schmecken.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDer Name dieses bis zu sieben Meter hohen Baumes stammt vom in England und Australien sehr bekannten Botaniker Sir Joseph Banks (1742-1820), der um 1770 mit dem legendären Weltenumsegler Captain Cook unterwegs war und bei Ureinwohnern sah, dass sie ein teeartiges Getränk aus den zarten Zweigen machten. Nach Banks sind übrigens etliche Pflanzen benannt, unter ihm als Direktor wurde Kew Gardens bei London zum führenden Botanischen Garten weltweit. Wer so pflanzenbücherbesessen wie ich ist und englischsprachige Lektüre mag, wird sich köstlich amüsieren über ein kleines Büchlein: Sex, Botany, and Empire: The Story of Carl Linnaeus and Joseph Banks von Patricia Fara. Mindestens genau so eine schöne Zeitreise in die damalige Zeit, als Botanik noch Pornografie war und Staubgefäße zählen nur Männern vorbehalten war (bei der puscheligen Teebaum-Blüte vermutlich besonders erotisch!!! 😉 ), bietet die deutsche Übersetzung eines spannenden Romans, der leider vergriffen ist, jedoch noch antiquarisch erhältlich ist: Die Pflanzenmalerin von Martin Davies. Doch zurück zum Teebaum, der Stoff für zahlreiche Bücher bieten würde.

phenol

Phenol (Benzenol)

1925 bewies der australische Chemiker Arthur de Ramon Penfold (1890–1980), dass unverdünntes Teebaumöl 11 bis 13 Mal stärker antiseptisch wirkt als das damals fast überall verwendete Desinfektionsmittel Karbolsäure (Phenol, synthetisch). Anders als dieses scharfe Antiseptikum, das die Haut stark angreift, hatte Teebaum nicht diese schädigende Wirkung und wurde so zum beliebtesten Haushalts-Desinfektionsmittel Australiens. Das Öl wurde besonders wichtig, um Wunden im zweiten Weltkrieg zu behandeln. Es war gar so hoch angesehen, dass angeblich Menschen, die in der Teebaumöl-Produktion arbeiteten, vom Militärdienst frei gestellt wurden, bis wieder genügend Reserven davon produziert waren, so dass jeder australische Soldat in seinem Erste-Hilfe-Set ein Röhrchen Teebaumöl dabei hatte.

Das Öl aus den Zweigen dieses wunderschön cremeweiß-pfeifenputzerähnlichen blühenden Baumes namens Melaleuca alternifolia besteht aus circa 20 Inhaltsstoffen (gezählt bei einer 99,26%-Analyse, „Minis“ mit Anteilen weit unter 0,1% können freilich auch noch vorhanden sein). Jedes einzelne dieser Moleküle sind für sich genommen gar nicht so besonders. Doch das Zusammenspiel dieser natürlichen Bausteine ergibt eine seltene Kombination aus BREITBAND-WIRKUNG bei unterschiedlichsten Infektionen und doch gleichzeitig großer MILDE. Das einzige „Problem“ bei Teebaumölen ist ihre recht kurze Haltbarkeit bzw Verträglichkeit. Bei sehr empfindlicher Haut kann ein unsachgemäß gelagertes Teebaumöl bereits nach 6-9 Monaten hautreizend wirken. Von robuster, gesunder Haut kann es auch viel länger vertragen werden.

Die relativ kurze Haltbarkeit hat zum einem mit einem eher geringen Anteil an stabilisierend wirksamen Sesquiterpenen (meistens circa 4%) und Sesquiterpenolen (meistens unter 2%) zu tun. Andererseits findet durch Wärme, Licht und Sauerstoff im Teebaumöl ein chemischer Prozess statt, in dem sich Moleküle im Öl von bestens verträglich zu hautreizend verändern. Im eher realitätsfernen Experiment bei sehr ungünstiger Lagerung (hell, warm, zu kalt, unverschlossen) – kann das Öl innerhalb von wenigen Wochen stark oxidieren, es können aggressive Peroxide, Hydroperoxide und Endoperoxide aus den Monoterpenen, die im Öl enthalten sind, entstehen, u.a. hyperämisierendes (hautrötendes) Ascaridol, welches zu ernsthaften Dermatiden und Allergien führen kann (es reagiert in isolierter Form mit organischen Säuren, der weibliche Genitalbereich befindet sich im sauren pH-Bereich, also Achtung!). Jedoch keine Sorge, im lichtgeschützten dunklen Fläschchen und bei weder zu kalten noch zu warmen Temperaturen hält Teebaumöl ein gutes Jahr oder gar mehr.

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Umwandlung von Terpineol-4 zu Ascaridol

Dermatologen entdeckten ferner, dass der natürlicher- und frischerweise niedrige Gehalt an p-Cymen im Laufe der Zeit von 3 auf 11,5 Prozent steigen kann. Dieses Molekül wirkt in kleinen Mengen deutlich schmerzlindernd und zart durchblutungsanregend (Counterirritant Effect), schon eine etwas erhöhte Menge kann bei sehr feiner und empfindlicher Haut zu (leichten) Reizungen führen. Es beschädigt jedoch besonders die Zellwand von Bakterien auf eine Weise, dass antibiotische Stoffe (natürlich oder synthetisch) den Krankheitskeim schädigen können (ich berichtete hier über dieses neu entdeckte Phänomen). Umgekehrt schrumpfte der Gehalt an Alpha- und Gamma-Terpinen sowie an Terpinolen auf die Hälfte der ursprünglichen Konzentration. Das ist im Buch Dermatologie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend von B. M. Hausen (Dermatol. Klinik Buxtehude), Seiten 154-156 nachzulesen und in der Arbeit: Hausen BM, Reichling J, Harkenthal M. Degradation products of monoterpenes are the sensitizing agents in tea tree oil. Am J Contact Dermat. 1999 Jun;10(2):68-77.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Autoren dieser Arbeit betonen ausdrücklich „Während frisch destilliertes Teebaumöl selten zu Hautveränderungen führt, induziert autoxidiertes Öl eine Kontaktallergie„. Ich kenne übrigens jemanden, der ein bei einem Discounter gekauftes Teebaumöl hat gaschromatographisch untersuchen lassen, es kam leider bereits oxidiert aus der sehr preiswerten Flasche. Geht man also behutsam mit diesem Öl um, sorgt der Inhaltsstoff Terpineol-4 (oder Terpinen-4-ol, ein Monoterpenol) für eine hervorragende antiseptische Wirkung, ohne auch nur im geringsten reizend zu wirken.

thymol_molekul

Thymol

Wir kennen bei den üblicherweise verwendeten ätherischen Ölen noch eine zweite Gruppe von Inhaltsstoffen, die über eine ausgeprägte Breitband-Wirkung bei Infektionen verfügt: die Monoterpenphenole (meistens einfach Phenole genannt, diese sind ähnlich, jedoch nicht identisch mit dem oben erwähnten Phenol, welches korrekt ein Benzenol ist). Doch diese können bereits in kleinen Mengen hautreizend und vor allem schleimhautreizend wirken. In isolierter und synthetischer Form allerdings wesentlich schlimmer, als eingebettet in das Zusammenspiel mit anderen Molekülen. Bei manchen Anwendungen ist die heftige Wirkung okay und man nimmt vielleicht sogar minimale Reizungen in Kauf, beispielsweise bei einem hartnäckigen Fußpilz. Man muss ätherische Öle, die diese Inhaltsstoffe enthalten, sehr verantwortungsvoll verdünnen. In einem französischen Buch über Aromatherapie wurde die Hautanwendung nur für die Fußsohlen als zumutbar betrachtet (Philippe Mailhebiau: La nouvelle aromathérapie). Die ätherischen Öle folgender Pflanzen sind Beispiele für Öle, die von Natur aus reich an Phenolen sind :

  • Thymian Ct. Thymol (Thymus vulgaris)
  • Thymian Ct. Carvacrol (Thymus vulgaris)
  • Spanischer Thymian (Thymus zygis)
  • Quendel (Thymus serpyllum)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Spanischer Oregano (Corydothymus capitatus)
  • Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Gewürznelkenknospe und -blätter
  • Tulsi (Ocimum sanctum)
  • Piment und Bay (Pimenta dioica und P. racemosa)                       ABER
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durch Klicken wird diese Vergleichs-Tabelle von Teebaumöl-Analysen größer!

Teebaumöl aus Melaleuca alternifolia enthält keine Phenole, darum ist ein frisches Teebaumöl bereits bei Kleinkindern anwendbar, freilich in den dem Alter des Kindes angepassten Verdünnungen von circa 1 Prozent. Es gibt allerdings einen Öleanbieter, dessen Teebaumöl angeblich einen erheblichen Anteil an Phenolen haben soll (35-70% Monoterpene, 25-40% Phenolalkohole, 2-8% Alkohole, 8-20% Sesquiterpene, 5-18% Sesquiterpene, 1-5% Sesquiterpenole, siehe Tabelle ganz rechts). Sollte das angebotene Öl tatsächlich so zusammen gesetzt sein, würde es sich nicht um ein naturreines, frisches ätherisches Öl aus Melaleuca alternifolia handeln, es würden dann nicht die üblichen Empfehlungen gelten und es wäre möglicherweise auch nicht so hautverträglich wie normalerweise erhältliche hochqualitativen Teebaumöle.

Ich gehe jedoch davon aus, dass diese Behauptung nicht wahr ist, denn die Konkurrenz schläft nicht und es passiert jedem Ätherische-Öle-Anbieter, dass die Mitbewerber mal das eine oder andere Produkt buchstäblich unter die Lupe nehmen. Es wäre viel zu riskant, ein derart verfremdetes „Teebaumöl“ auf den Markt zu bringen. Ich vermute vielmehr, dass man mit dieser „neuartigen Inhaltsstoffe-Analyse“ für Teebaumöl versucht, passend zu machen, was nicht passt, und dieses wirklich unglaublich potente Öl in eine von diesem Anbieter erfundene/verwendete Skala zu pressen. Diese Zahlen-Skala soll das Qualitäts- und Heilungspotenzial von ätherischen Ölen auf einen Blick erkennbar machen, besonders hoch angepriesene ätherische Öle enthalten in diesem System Phenole. Im Prinzip eine prima Sache! Macht man beispielsweise auch bei Lebensmitteln*.

Laut diesem Öle-Anbieter, der stets extrem hohe Dosierungen empfiehlt, hat das Teebaumöl auf der firmeneigenen Skala 100 von 100 Punkten. An die Spitze dieser in der Branche nicht anerkannten Bewertungsskala kommt Teebaum allerdings nur, wenn man ihm einen hohen Anteil an nachweislich nicht vorhandenen Phenolen andichtet. Ebenso wie Wintergrünöl und Majoranöl Phenole enthalten sollen. Dichtung und Wahrheit: Kommerziell funktioniert diese Marketing-Prosa bestens, auch oder weil sie auf völlig falschen Grundannahmen basiert.

Quelle, Infos zur Tabelle: ATTIA, Australian Tea Tree Industry Association  http://www.teatree.org.au/
ISO http://www.iso.org/iso/iso_catalogue/catalogue_tc/catalogue_detail.htm?csnumber=37033

  • Die Teebaumöle dieser Tabelle stammen von sieben renommierten Anbietern aus Deutschland, USA, Frankreich, Brasilien. „Öl 3“ bezeichnet Mittelwerte eines Labors, das mehrere Teebaumöle analysiert hat.
  • Die grünen Zeilen enthalten Monoterpenole (Monoterpen-Alkohole), die blauen Zeilen enthalten Monoterpene (C10-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die orangefarbenen Zeilen enthalten Sesquiterpene (C15-Kohlenstoffketten ohne funktionelle Gruppe), die grauen Zeilen enthalten Sesquiterpenole (Sesquiterpen-Alkohole), die gelbe Zeile enthält das Monoterpen-Oxid 1,8-Cineol (=Eukalyptol).
  • In der rechten weißen Spalte befinden sich die Angaben einer Repräsentantin des erwähnten Anbieters, der Phenole in seinem Teebaum haben soll. Diese Angaben weichen sowohl von den international geforderten Inhaltsstoffemengen ab als auch vom Durchschnitt aller von mir durchgesehenen GC-Analysen von unterschiedlichsten Teebaumölen.
  • Sp bedeutet Spuren.
  • Das Zeichen :: bedeutet, dass 2-3 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind.
  • Das Zeichen ::: bedeutet, dass mehr als 5 minoritäre Inhaltsstoffe nicht aufgelistet sind, die in den anderen Analysen nicht aufgeführt sind.
  • Die beiden Öleanbieter, unter denen in der letzten, weißen Spalte eine Zahl steht, stellten annähernd 100%-Analysen zur Verfügung.
  • Viridifloren wird in den USA oft Leden genannt.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZum Vertiefen des Wissens rund um Teebaumöle im weitesten Sinne hier noch ein Link der Universität Hamburg zu einer Dissertation (Doktorarbeit) über unterschiedliche Melaleuca- und andere Teebaumöle von Frank Christoph, sie lautet: „Chemische Zusammensetzung und antimikrobielle Eigenschaften der ätherischen Öle von Leptospermum scoparium J. R. et G. Forst. und anderer Teebaumöle der Gattungen Kunzea, Leptospermum und Melaleuca unter besonderer Berücksichtigung von Handelsölen“

Nachfolgend liste ich meine uralten Bücher zum Thema auf, falls jemand antiquarische Schätze sammeln möchte, bei den beiden schönen Büchlein von Ruth von Braunschweig tut es mir richtig Leid, dass sie vom Markt verschwunden sind:

* indem man beispielsweise den ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) angibt, der anzeigt, wie stark antioxidativ ein ‚Superfood‘ wirken soll (z.B. Kurkuma 127068, Hagebutten 96150, Gojibeeren 3290, Quelle).

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zitronenduftende ätherische öle


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Zitronen-Manuka (Zitronen-Teebaum)

In den letzten zwei Tagen durfte ich an einer anspruchsvollen Aromatherapie-Abschlussprüfung in Bern teilnehmen, genauer gesagt musste ich die aufgeregten Prüflinge mit jeweils knapp zwei Dutzend Fragen durch die mündliche Prüfung „quälen“. Es sollten Duft- und Ölpflanzenpflanzen, die auf dem Tisch standen, erkannt und erläutert werden, oft ganz freiwillig wurde auch einiges zur Chemie der ätherischen Öle mitgeteilt, es wurden Anwendungsgebiete und Vorsichtsmaßnahmen erläutert und freilich auch Düfte verglichen und erkannt. Eine Verwechslung von Sanddorn und Feuerdorn wurde aufgeklärt und Begriffe wie „Spreitverhalten“ von fetten Ölen wurden abgefragt.

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Zitroneneukalyptus

Wir hatten sogar ein mega-seltenes Pflänzchen dabei, einen jungen Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora), dessen haarige Blättchen von jeder Teilnehmerin sanft gerieben wurden, der Inhaltsstoff Citronellal oder zumindest die Gruppe der Aldehyde wurden immer erkannt. Es wurde erstaunlich viel richtig beantwortet, bravo an die tapferen Damen, die wirklich viel gelernt hatten! Die Diplomarbeiten waren auch alle sehr spannend, ihre Inhalte wurden jeweils in einem Vortrag präsentiert, alle Teilnehmerinnen durften also dazu lernen, schnuppern, einreiben.

Besonders das selbst gemacht feuchte Toilettenpapier fand großen Anklang, diese mit Lavendelhydrolat und Palmarosa gesättigten Tücher wurden für ein junges Schulkind mit einst extremer Verstopfung kreiert. Mit Hilfe von diversen Ätherisch-Öl-Anwendungen, auch solche die das Kind selbst bei Bedarf durchführen kann, konnte es von Abführmitteln entwöhnt werden. Es ging in einer anderen Arbeit um einen ganz schlimmen Reizdarm, der seiner Inhaberin das Leben so schwer machte, dass sie ihren Bauch am liebsten „heraus schneiden“ wollte. Sie hat durch ätherische Öle inzwischen wesentlich mehr an Lebensqualität gewinnen können.

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Der Prüfungstisch bei der Sela Schule in Bern

Zweimal ging es um die Haut: das Verschwinden von vielen Warzen am Fuß wurde eindrucksvoll mit Fotos dokumentiert (die junge Inhaberin der Füße hasste einst ihre Füße), dabei helfen immer wieder die zitronenduftenden monoterpenaldehyd-haltigen Öle; auch die deutliche Reduktion einer extrem schlimmen Akneform wurde uns anhand von vielen Bildern geschildert.

Starke Rückenverspannungen und die Linderung von ADHS mit ätherischen Ölen waren zwei weitere der gewählten Facharbeiten. Auch die erfolgreiche Linderung von Menstruationsschmerzen sowie die lange und sorgfältig geplante Entwicklung einer erfolgreichen Mundspülung für BewohnerInnen eines Pflegeheimes haben uns begeistert.

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Zitronen-Manuka (Zitronen-Teebaum)

Als Dank bekam ich (unter anderem) ein Fläschchen des frisch eingetroffenen und gestern abgefüllten Öles des Zitronen-Teebaum (Leptospermum petersonii F.M. Bail., früher Leptospermum citratum, englisch: lemon tea-tree,) der Schweizer Firma Florentia geschenkt. Was für ein Freude, ich hatte erst kürzlich mein Öl einer anderen Firma verschenkt, weil jemand so wild drauf war, und hatte noch nicht nachgeordert. Dieses neue Öl ist sogar noch schöner, es duftet stark nach Litsea und Zitronemyrte, dazu ist im Hintergrund eine Ähnlichkeit mit Zitroneneukalyptus und Melisse wahrnehmbar. Durch einen Anteil an Geraniol schimmert auch schon mal ein Hauch Rosenduft durch. Laut Aroma-Zone kann es enthalten:

  • Geranial: 34.26%
    Neral: 33.67%
    Citronnellal: 18.90%
    Citronnellol: 4,07%

Das Öl stammt aus den Blättern eines circa 4 Meter hohen und 3 Meter breiten Groß-Strauches, der in warmen Klimazonen gerne als kleiner Straßenbaum kultiviert wird. Mein Sträuchlein zu Hause ist noch nicht mal einen halben Meter hoch, die ovalen Blättchen duften wirklich wundervoll zitronig. es ist sehr durtig und schnell beleidigt, wenn man nicht ordentlich gießt. Bereits 1942 wurde das ätherische Öl daraus vom australischen Wissenschaftler Penfold als antibakteriell eingestuft. Inzwischen wird die Pflanze nicht nur dort, sondern auch im Süden Afrikas und in Guatemala angebaut.

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Prüfungsfrage: Was haben alle diese Pflanzen gemeinsam?

Wie alle aldehydreichen Öle in starker Verdünnung wirkt das ätherische Öl beruhigend und entzündungshemmend. Insbesondere virale Erkrankungen vom Schnupfen über die Grippe und viele Kinderkrankheiten können damit begleitet werden. Herpesviren, insbesondere in Warzen, dürften das Öl gar nicht schätzen. In Australien wird es gerne in Ergänzung zu Teebaum (Melaleuca alternifolia) verwendet, um die Wirkung zu verstärken und um den eher ‘medizinischen’ Duft aufzuhübschen.

In einer Studie von 2009 kann man nachlesen, dass dieses Öl ein spannendes Gebiet für Aspergillosen der Lunge sein könnte, insbesondere Menschen, die mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) zu kämpfen haben, werden oft von diesem tückischen Pilz angegriffen. Das Öl wurde in vitro und in Tierexpirimenten (Inhalation) untersucht und für hervorragend wirksam befunden – besser als handelsübliche Medikamente, die derzeit eingesetzt werden –  zudem wirkt es nicht toxisch. [Hood JR, Burton D, Wilkinson JM, Cavanagh HMA: Antifungal activity of Leptospermum petersonii oil volatiles against Aspergillus spp. in vitro and in vivo. J Antimicrob Chemother. 2010 Feb;65(2):285-8.]

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Eine der Diplomarbeiten, die verwendeten Öle dieser Einzelbeobachtungs-Studie und das feuchte Toilettenpapier

Das feine ätherische Öl ist auf der Website von Florentia zu finden, dort findet man auch so seltene Öle wie Bischofskraut (Ammi visnaga), das bei obstruktiven Atemwegerkrankungen und sogar bei Angina pectoris unterstützend eingesetzt werden kann. Das zauberhafte und fast ebenso seltene Öl der Indianernessel (Monarda fistulosa) ist dort zu haben und auch die „Psycho-Bombe“ Petit Grain Mandarinier, das knapp 50 Prozent Methylanthranilat enthält (es riecht nicht umwerfend, kann jedoch als Mini-Zugabe in stimmungsaufhellenden Mischungen eine große Hilfe sein). Im Moment gibt einige eher kostenintensive fette und ätherische Öl (wie Immortelle) sogar zum Sonderpreis. Die deutschen InteressentInnen finden es auch bei Maienfelser Naturkosmetik.

Eine der Prüfungsfragen übrigens lautete: Nenne ätherische Öle, die reich an Monoterpen-Aldehyden sind. Manche sind reich an Citral (Geranial und Neral) und duften mehr oder weniger nach frisch abgeriebenen Zitronenschalen, andere sind eher reich an Citronellal und erinnern im Duft eher an Anti-Mücken-Kerzen und Autan. Zitronen-Manuka tendiert eher zu ersterem. Wer sein Wissen auffrischen möchte, kann die Unterschiede mal raus suchen.

  • Zitronen-Manuka (Zitronen-Teebaum, Leptospermum petersonii)
  • Zitronenmyrte (Backhousia citriodora)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora)
  • Litsea cubeba (‚Zitronen-Lorbeer‘, Litsea cubeba)
  • Zitronenverbene (fälschlicherweise Eisenkraut genannt, Aloysia triphylla, früher Lippia citriodora)
  • Zitronenmelisse (Echte Melisse, Melissa officinalis)
  • Citronella (Zitronella, Cymbopogon winterianus und C. nardus)
  • Lemongrass (Zitronengras,Cymbopogon flexuosus und C. citratus)

synergie mit cajeputöl


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch habe Prof.  Dr. Jürgen Reichling schon öfters bei Vorträgen erleben dürfen und freue mich immer wieder, dass er sich so engagiert der Arbeit mit (und gegen) Viren widmet und immer wieder auf’s Neue ätherische Öle untersucht, die diesen grässlichen Gesellen das (nicht vorhandene Leben) schwer machen (zum „richtigen“ Leben benötigen sie Wirtszellen). Nun ist kürzlich eine Studie von seiner Arbeitsgruppe in Heidelberg erschienen, in der die antivirale Wirkung einer in jeder deutschen Apotheke und in fast jedem Drogeriemarkt erhältlichen Ätherische-Öle-Mischung namens Olbas® und auch einer der Haupt-Inhaltsstoffe untersucht wurden. Es handelt sich um eine Mischung aus

  • 5,3 g Pfefferminöl
  • 2,1 g Cajeputöl
  • 2,1 g Eukalyptusöl
  • 0,3 g Wacholderöl
  • 0,2 g Gaultheriaöl (Wintergrün)
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Cajeputbaum

Die Tropfen können innerlich und äußerlich angewendet werden. Der in vielen Haushalten gut bekannte Name ist auf den Begriff „Oleum basileum“ zurückzuführen, da ein Alchemist aus Basel (Schweiz) die chinesische Rezeptur um 1500 entschlüsselt hat. Die Wirkung gegen das HSV Typ 1-Virus wurde an Nierenzellen von Affen im Plaquereduktionstest beobachtet.

Anders als bei Aromatogrammen, in denen die tödliche Wirkung von ätherischen Ölen gegen Bakterien und Pilze auf einer Agar Agar-Platte (Nährlösung) untersucht werden kann, braucht man für Erkenntnisse über Viren Wirtszellen. Man wendete Konzentrationen von Olbas und von Cajeputöl (Melaleuca cajuputi syn. Melaleuca leucadendra) an, welche nicht zellschädigend sind.

Allerdings stellte man in diesen In vitro-Experimenten (in der Petrischale des Labors) fest, dass die Wirkung der Tropfen stärker war, wenn die zu befallenden Zellen vor der Herpesviren-Attacke damit behandelt worden waren, die Viren konnten sich dann nicht gut an die Wirtszellen haften. Man geht jedoch davon aus, dass das Produkt für der Behandlung von Herpes-Infektionen (Lippenbläschen) geeignet sein könnte – also wenn der Befall bereits sichtbar ist (ähnlich wie die engen Cajeput-Verwandten Teebaum und Niaouli). Sicherlich wäre es hilfreich, wenn man bei den allerersten Symptomen an den Lippen wie Ziehen, Kribbeln und Brennen gleich zum ätherischen Öl greifen würde. [Heidary Navid M, Reichling J, Schnitzler P. Antiherpetic activity of the traditionally used complex essential oil Olbas. Pharmazie. 2013 Aug;68(8):702-5]

selbsthilfe mit duften helfern


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieHeute vormittag kam eine so süße Erfolgsmeldung, dass ich sie unbedingt mit euch teilen möchte (mit der Einwilligung der Verfasserin und des Betroffenen). ‚Bastelfee‘ ist seit einigen Jahren eine engagierte und dankbare Aromaenthusiastin, sie ist bereits Großmutter und betüddelt ihre ganze Familie, wo immer gewünscht und benötigt, mit ätherischen Ölen. Ich möchte allen Mut machen, die meinen, sie seien „erst“ Anfänger“ und könnten nicht wirklich etwas tun. Es ist nicht schwer, wertvolle Unterstützung beim Gesundwerden zu geben, vor allem wenn man sich gut kennt.

Liebe Eliane,
das muß ich Dir schnell mailen. Vor zwei Tagen bekam mein Mann plötzlich, nachdem er ins Bett gegangen war, sehr starken Schüttelfrost ohne Fieber, fast die ganze Nacht hindurch.
Den darauffolgenden Tag war er sehr schlapp. Abends kam plötzlich Fieber 39,4°C. Ich habe gemault – immer abends. Ich nahm mir nochmals Dein „rosa Buch“ zur Hand und fand entsprechende Hinweise, um Viren zu bekämpfen. Kenne ich ja eigentlich schon, aber in der „Not“ hat man plötzlich ein Brett vor dem Kopf. Kurze Rede – mein Mann bekam Ravintsara auf ein Tuch (jede Stunde neue Tropfen). Wie Zauberei – in null komma nix war die Temperatur auf Normalmaß. Dazu habe ich dann einen Diffuser mit Ravintsara, Zitronenmyrte und Melisse (jeweils 1 Tropfen) angestellt. Heute kommt noch Thymian (Linalool) dazu. Evtl. werde ich ihm noch mit Deinem Rezept „schneller als Pudding kochen“ (Husten- und Brustsalbe) die Brust und den Rücken einreiben. Husten und Schnupfen hat er zwar nicht, aber ……. Mein Mann ist sehr schlapp, aber das Fieber hat sich verflüchtigt. Es ist schön, dass es Dich gibt und Dein großer Schatz an Heilwissen. Ich knuddel Dich. Liebe Grüße von Bastelfee

Ich muss sagen, die Auswahl der ätherischen Öle klingt tatsächlich goldrichtig, um Viren das Handwerk zu legen und der Erfolg spricht ja für sich. Zudem ist das eine fein duftende Kombination. Was mich allerdings wundert, ist die Tatsache, dass es sooo schnell bergauf ging. Aber bei einer sooo liebevollen und engagierte Betreuung ist das wohl kein Wunder. Gute weitere Besserung an Mister Bastelfee – und noch mindestens drei Tage weiter schmieren und beduften!

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieGerne höre ich von euren Erfolgsgeschichten, um sie hier vorzustellen.Ich bin nur Laie und kann hier nicht mithalten“ gilt nicht! Ich bin nämlich mit der Etappe 2 der Seminar- und Gästehausrenovierung beschäftigt. Da hier bereits fast alle Kamelienbäume und auch schon viele Narzissen an den Straßenrändern blühen, ist der Frühling mehr als nah und damit auch die Gästesaison. Und die sollen es bei uns wirklich gemütlich haben, so pinsele und nähe und schraube ich mit Freuden! Gestern sah der Blick aus dem Seminar- und Frühstücksraum so aus. Wer noch kommen möchte: nur noch in der Anfang-Mai-Duft-Erlebniswoche, wenn fast alle Rhododendren ihr Feuerwerk gleichzeitig entfalten und Osmanthussträucher sowie die weiße Duftmagnolie (Michelia) blühen, sind noch etliche Plätze zu haben, ansonsten sind nur noch ein und zwei Plätze in den anderen drei Duftwochen frei. Vielen Dank an alle, die sich bereits angemeldet haben. [Foto Rosenblütenblätter: Antje Wendel]

PS Das ‚rosa Buch‘ hatte ähnlich wie beim Foto oben rosa Rosenblütenblätter in einer Schale auf dem Titelbild, nun in der zweiten Auflage ist eine Frangipaniblüte in einer schwarzen Schale als Covermotiv zu sehen.

patchouliöl – das beste mittel bei hautproblemen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyIch recherchiere gerade für einen Artikel für eine japanische Fachzeitschrift, die Redaktion wünscht sich ganz viele Informationen über eines meiner Lieblingsöle. Der unscheinbare tropische Strauch mit den brennesselartigen Blättern stand Pate für mein Firmenlogo: Patchouli, Pogostemon cablin (Benth.). Dieser Name beinhaltet das griechischen Wörter pogos für Bart und stemon für Faden/Staublatt (welche leicht behaart wie viele Teile der Pflanze sind). Es gibt bis zu knapp 100 Arten in dieser Gattung der Lippenblütengewächse, sie wird auf englisch zu den „East Indian mints“ gezählt (Indische Minze). Der Name Patchouli kommt aus dem Tamil (Sprache u.a. in Sri Lanka) und bedeutet grün (pachchai) und Blatt (ilai).

Die gezahnten etwas behaarten Blätter werden getrocknet und fermentiert und zu einem dunkelbraunen, im Alter sehr zähflüssigen Öl destilliert. Aufgrund des recht deutlichen Duftes – manche empfinden ihn sogar als penetranten Gestank – findet dieses bestens haltbare und babymilde Öl leider nie den Weg in Pflegeeinrichtungen. In bester Qualität, gut gereift und verdünnt kann man jedoch viele Duftfacetten riechen: blumig, süß, balsamisch. Mit Lavendel (und Vanille) gemischt ist es ein hervorragendes und preiswertes Hautheilungsöl, das fast nie seine Wirkung verfehlt.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

In der Hippiezeit der 1968-Bewegung war dieser Duft (meistens in synthetischer Form) ein riechbarer Protest gegen das Establishment und das Spießertum. Das Thema Abgrenzung spiegelte sich in diesem „Abwehr-Parfüm“ wider, auch bei Hautkrankheiten schreit oft die Seele nach Abgrenzung. Das sanfte Patchouliöl kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Auch auf anderen Gebieten steht einem dieses gutmütige Öl erfolgreich zur Seite: In einer recht neuen japanischen Studie wurde die Empfindlichkeit diverser Grippeviren-Stämme auf einen methanolischen Extrakt von Patchouliblättern untersucht. Der Hauptinhaltsstoff (auch des ätherischen Öles), ein Sesquiterpenalkohol, hat 99,8% der H1N1-Viren den Garaus gemacht (in vitro= Labortests). [Kiyohara H, Ichino C, Kawamura Y, Nagai T, Sato N, Yamada H. Patchouli alcohol: in vitro direct anti-influenza virus sesquiterpene in Pogostemon cablin Benth. J Nat Med. 2012 Jan;66(1):55-61.] Dieses Öl sollte viel mehr eingesetzt werden!

Übrigens rochen vor gut 100 Jahren edle Kaschmir- und andere Wollerzeugnisse immer nach Patchouli, es ist eines der wirksamsten Mottenabschreckungsmittel. Irgendwann wurde dieser Duft dann mit „exotisch, edel und teuer“ assoziiert (und auch Billiges damit „aufgewertet“). Zur Abschreckung der gefräßigen Larven, die demnächst wieder auf Beutezug gehen werden, kann man die getrockneten Blätter einfach im Schrank verteilen oder Stoffsäckchen nähen und mit Lavendelblüten und Patchouliblättern füllen. Es gibt sie in guter Qualität beispielsweise von Berk als Räucherware zu kaufen. Die Pflanze gibt es auch im Blumentopf bei Rühlemanns zu bestellen, sie braucht ein sehr warmes Plätzchen im Haus und im Sommer sollte sie draußen stehen dürfen und muss oft gegossen werden. Hier noch eine aktuelle Anekdote: Demnächst erscheint eine He-Man-Figur namens Stinkor, das ist eine Spielzeugfigur des Spielzeugherstellers Mattel. Diese skunk-ähnliche Kreatur wird nach Patchouli riechen….

aromatherapie mit zitronenmyrte bei dellwarzen


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bekomme immer wieder Anfragen, ob man Dellwarzen (Molluscum contagiosum) mit ätherischen Ölen besiegen kann. Ich hatte auf meiner Website mal darüber geschrieben. Die mit Flüssigkeit gefüllten und sehr ansteckenden Pusteln (die streng genommen keine Warzen sind) werden von Viren ausgelöst, sie kommen oft bei Kindern vor, jedoch auch bei Erwachsenen im Intimbereich. Für die Anwendung im Nicht-Schleimhautbereich zeigte eine australische Studie mit Dellwarzen an Kinderhaut, dass das wundervoll duftende ätherische Öl der Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) recht erfolgreich eingesetzt werden kann. Sie ist eine der wenigen Duftpflanzen mit von mir geliebten ätherischen Ölen, die ich noch nicht ‚life‘ erleben konnte, ich habe bislang nur getrocknete Blätter schnuppern und fotografieren können.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDa sie ein wichtiges Gewürz in der ost-australischen Küche ist, stellt der bekannte Gewürze-Experte Gernot Katzer sie in seinem Buch Picantissimo vor. Die frischen oder getrockneten Blätter werden – vor allem im Heimatland der Zitronenmyrte Australien – wie Lorbeerblätter zum Würzen von süßen und deftigen Speisen verwendet. In der Studie wurde das Öl an 31 durchschnittlich 4,6 Jahre jungen PatientInnen 10%-ig verdünnt. Das ist eine Verdünnung, die ich ohne fachliche Aufsicht nicht empfehlen kann, also maximal 2%-ig sehr frisches Zitronenmyrte-Öl in Aloe vera-Gel oder Johanniskrautöl (wirkt auch leicht antiviral) verdünnen und auch nur sehr lokal mit Wattestäbchen aufgetragen. Zitronenmyrtenöl kann durch seinen hohen Citralgehalt schnell oxidieren und bereits nach einem knappen Jahr (nach Öffnen des Fläschchens), empfindliche (Kinder)Haut reizen und sogar zu Allergien führen. Eventuell 1:1 mit Lavendel mischen, also beispielsweise 1 Tr. Zitronenmyrte und 2 Tropfen Lavendel in 10 ml Aloe vera Gel. Je nach Alter und Empfindlichkeit der kleinen Patienten eventuell in ersten drei bis fünf Behandlungen eine leicht höhere Verdünnung vornehmen (2 Tr. Zitronenmyrte, 2 Tropfen Lavendel auf 10 ml Aloe vera-Gel oder Johanniskrautöl, dann reduzieren. Beharrlichkeit ist sicherlich wichtiger als hohe Dosierung, also mindestens 10 Tage und bis zu drei oder vier Wochen anwenden. Eventuell zwischen diesen Anwendungen die betroffenen Stellen mit etwas Mandelöl „beruhigen“. In der Studie wurde diese 10%-ige Mischung (mit Olivenöl) an 16 Kindern 21 Tage lang angewendet, die Kontrollgruppe von 16 Kindern wurde mit reinem Olivenöl behandelt. Bei 9 der 16 Kinder der Zitronenmyrtengruppe waren mehr als 90% der Pusteln verschwunden, bei der Olivenölgruppe war keinerlei Erfolg zu verzeichnen. [Essential oil of Australian lemon myrtle (Backhousia citriodora) in the treatment of molluscum contagiosum in children. Burke BE, Baillie JE, Olson RD. Biomed Pharmacother. 2004 May;58(4):245-7.]

Das fein nach frisch geriebener Zitronenschale duftende ätherische Öl ist beispielsweise bei Feeling (klick!) oder bei Neumond (klick!) erhältlich. Ich verwende es gerne, um Gebäck (auch Zuckerguss) damit lecker zu „zitronisieren“ (2-3 Tropfen für ein normales Kuchenrezept, in dem abgeriebene Zitronenschale verwendet wird, 1 Tropfen in eine durchschnittliche Portion Zuckerguss). Das Öl ist auch wundervoll der Duftlampe oder in einem selbstgemachten Raumspray (50 ml Wodka in einer Braunglasflasche mit 10 Tropfen Zitronenmyrtenöl und 10 Tropfen Orangenöl gut verschütteln, in der kühlen Jahreszeit evtl. noch 2 Tropfen Zimtöl dazu geben. Das ist eine traumhaft duftende und virenverscheuchende Mischung für den Winter.

tag des ätherischen öles in linz


Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy12. November 2011, Samstag, Tag des ätherischen Öles, Linz/Österreich. Inzwischen eine Tradition in Österreich und eine gute sowie bezahlbare Möglichkeit, sein Aromawissen einmal jährlich aufzufrischen. Insbesondere die Erkenntnisse von Prof. Dr. Jürgen Reichling (Foto) sollte man sich unbedingt anhören, er und sein Team forschen seit Langem an der Uni Heidelberg an den antiviralen Einsatzmöglichkeiten von ätherischen Ölen. Die Themen dieses Jahr:

  • Begrüßung durch Gertrude Kralik
  • Claudia Arbeithuber: „Sinn und Sinnlichkeit: von der Sprache der Symbolik“
  • Sabine Pohl: „Mazerate und fette Öle aus Sicht des Produzenten“
  • Conny Mögel: „Haut – Hautpflege – Hauttherapie“
  • Ruth von Braunschweig: „Neue Erkenntnisse der Wissenschaft“
  •  Gabriele Sievers: „Aromapfote – von äÖ bei Tieren“
  • Dorothea Hamm: „Aromatogramme – Auswertung langjähriger Erfahrungen und Daten“
  • Jürgen Reichling: „Ätherische Öle als Phyto-Antiinfektiva – neuere experimentelle und klinische Untersuchungen“

zitronen-teebaum, ein besonderes ätherisches öl


Gestern stattete ich der relativ neuen Dorf-Apotheke meinen ersten Besuch ab. Sie ist sozusagen ein winziger Tante-Emma-Laden für Gesundheit und Schönheit – das Dorf hat maximal 600 Einwohner (im Winter eher weniger). Womit ich so ganz und gar nicht gerechnet hatte: Es gibt dort ein nicht schlechtes Sortiment an ätherischen Ölen der (in der englischsprachigen Welt) sehr bekannten Marke Tisserand (gegründet von Robert Tisserand). Ich kaufte ein Öl, das bislang in meiner umfangreichen Sammlung fehlte: Zitronen-Teebaum (lemon tea-tree, Leptospermum petersonii F.M. Bail., früher Leptospermum citratum). Das Öl stammt aus den Blättern eines circa 4 Meter hohen und 3 Meter breiten Groß-Strauches, der in warmen Klimazonen gerne als kleiner Straßenbaum kultiviert wird. Der Duft liegt irgendwo zwischen Melisse und Citronella, eine Ahnung Rosengeranie schimmert auch noch durch. Also wunderbar zum Insekten verscheuchen, den. der Hauptinhaltsstoff ist in diesem Chemotyp laut meiner Nase Citronellal. Andere Chemotypen enthalten mehr Geranial [bis 30 Prozent] und Neral [bis 37 Prozent] (zusammen Citral genannt). Bereits 1942 wurde dieses Öl vom australischen Wissenschaftler Penfold als antibakteriell eingestuft. Inzwischen wird die Pflanze nicht nur dort sondern auch im Süden Afrikas und in Guatemala angebaut.

Aber was kann dieser enge Verwandte des Manukabaumes noch? Natürlich, wie alle aldehydreichen Öle in starker Verdünnung wirkt es beruhigend und entzündungshemmend. Insbesondere virale Erkrankungen vom Schnupfen über die Grippe und viele Kinderkrankheiten können damit begleitet werden. Herpesviren, insbesondere in Warzen, dürften das Öl gar nicht schätzen. In Australien wird es gerne in Ergänzung zu Teebaum verwendet, um die Wirkung zu verstärken und um den eher ‚medizinischen‘ Duft abzurunden.

In einer Studie von 2009 kann man nachlesen, dass dieses Öl ein spannendes Gebiet für Aspergillosen der Lunge sein könnte, insbesondere Menschen, die mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) zu kämpfen haben, werden oft von diesem tückischen Pilz angegriffen. Das Öl wurde in vitro und in Tierexpirimenten (Inhalation) untersucht und für hervorragend wirksam befunden – besser als handelsübliche Medikamente, die derzeit eingesetzt werden –  zudem wirkt es nicht toxisch. [Hood JR, Burton D, WilkinsonJM, Cavanagh HMA. Antifungal activity of Leptospermum petersonii oil volatiles against Aspergillus spp. in vitro and in vivo. Oxford JournalsMedicineJournal of Antimicrobial Chemotherapy Volume6, Issue2;285-288]

PS. Für die Aroma-Anfängerinnen unter Ihnen gibt es einen sehr ausführlichen Übersichts-Artikel der bekannten Autorin und Hebamme Ingeborg Stadelmann hier zu lesen. Danke Marta für den Tipp!

salben rühren


Meistens füllen wir Laien Cremes und Salben, die wir für den Hausgebrauch herstellen, in kleine Glas- oder Kunststoff-Tiegel. Hygienischer ist es jedoch allemal, wenn man Tuben verwendet. So kontaminieren die Finger das kostbare Produkt bei jeder Entnahme nur geringfügig. Im Kurs wurde der Ablauf und vor allem das Zukneifen der Aluminiumtuben geübt.

Eine Gruppe machte eine pflegende Nasensalbe, die zweite Gruppe befasste sich mit einer Lippensalbe, die antiviral wirkt (mit Melissenöl und Calophyllumöl).

Calophyllumöl wird zusammen mit anderen fetten Ölen erwärmt.

Sheabutter wird vorsichtig geschmolzen, sie verleiht den Salben eine fest-schmierbare Konsistenz, zudem wirkt sie enorm pflegend bei trockenen und rauen Hautsstellen.

Das Eingießen des Öles war etwas fummelig, zu Hause arbeitet man besser mit Bechergläsern mit Ausgießer, die Öle erwärmt man eher im Wasserbad (bei großen Mengen dauert das allerdings „ewig“).

Kniffelig ist das Zusammendrücken der Enden der Tuben, zuerst „fädelt“ man die zusammengedrückte Tubenseite in einen der Schlitze ein, dann knickt man das ganze nochmals und nochmals. Dicht und sauber!

Schönes zum Ausprobieren zu Hause.

Nach drei Tagen Kurs waren die Nasen ziemlich überfordert!

PS Tuben in Kleinmengen erhält man beispielsweise bei Duft und Schönheit (München, Sendlinger Straße oder per Online-Bestellung), größere Mengen gibt es dort, wo es auch ein riesiges Sortiment an Flaschen und Cremedosen gibt: Rosa Heinz