ätherische öle bei vermindertem speichelfluss wegen karzinombehandlung


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieIn einer kleinen randomisierten, kontrollierten Studie bei Patienten die an differenzierten Schilddrüsenkarzinomen litten, konnte gezeigt werden, dass die Inhalation mit einer Mischung aus Zitronenschalenöl (destilliert) und Ingweröl den gestörten Speichelfluss anregen konnte. Somit konnte sich die Ernährungssituation der Patienten verbessern.

Es handelte sich um 71 japanische PatientInnen, die Probleme mit dem Speichelfluss nach der der Entfernung der Schilddrüse und der danach üblicherweise folgenden Radiojodtherapie (RJT/RIT) hatten. Diese unangenehme bis sehr schmerzhafte Folge der Behandlung tritt bei 11 bis 67 Prozent der erkrankten und behandelten Menschen auf (Sialadenitis).

Die zufällig ausgewählten PatientInnen wurden zwischen Juni 2014 und März 2016 rekrutiert und dann in zwei Gruppen eingeteilt (35 bzw 36 Personen;25 Frauen, 10 Männer). Statistisch gesehen erkranken mehr Frauen als Männer an diesen Tumoren der Schilddrüse (in drei von vier Fällen erwischt es Frauen), die jedoch insgesamt sehr gute Heilungschancen haben. Allerdings erwartete man für 2016 Neudiagnosen bei 64.300 Menschen allein in den USA (warum schreiben die japanischen Forscher nicht über Erkrankungen in ihrem Land, in dem Teile aufgrund des Nuklearunglücks von Fukushima radioaktiv verseucht sind?…).

Die aktive Gruppe (Alter: 35-78 Jahre) inhalierte das Ätherisch-Öl-Gemisch 14 Tage lang für 10 Minuten jeweils vor den Mahlzeiten. Die Kontrollgruppe inhalierte Wasser (Alter 30-86 Jahre;30 Frauen, 6 Männer). Die Aktivität und Effektivität der Ohrspeicheldrüsen und der Unterkieferspeicheldrüsen wurde vor und nach den Interventionen ermittelt, diese verbesserte sich bei der „Duftgruppe“ signifikant (𝑃 < 0,05). Die Autoren dieses Experiments, was nicht sehr befriedigend beschrieben ist (man erfährt nicht, ob jeweils mit 1 ml Zitronenöl und 0,5 ml Ingweröl oder nur einem Teil davon inhaliert wurde), diskutieren am Ende ihrer Arbeit, dass auch Pfefferöl die gewünschten Ergebnisse liefern könnte.

Dennoch meine ich, erhalten wir durch diese kleineStudie eine nützliche Anregung, welche die bereits durchgeführte Anwendung von Zitronensaft zur Anregung des Speichelflusses, ergänzen könnte. Die Arbeit: Nakayama M, Okizaki A, Takahashi K. A Randomized Controlled Trial for the Effectiveness of Aromatherapy in Decreasing Salivary Gland Damage following Radioactive Iodine Therapy for Differentiated Thyroid Cancer. Biomed Res Int. 2016;2016:9509810 ; sie kann hier (klick) kostenlos runter geladen werden.

PS. Heute sind 1500 Abonnenten dieser Informations-Seite erreicht, und noch ein ‚like‘ fehlt zur Zahl 4500 auf meiner Aromatherapie-Facebook-Seite. Vielen Dank für die vielen treuen LeserInnen und ein ganz besonderer Dank geht an die Personen, die auch ab und zu kommentieren und meine Arbeit mit Tipps, Adressen und Erfahrungen ergänzen (dann stehe ich nicht so alleine da!).

die fotos – die auflösung


Elane Zimmermann_Aromatherapie_KurseVielen Dank für die vielen Sprüche, Empfindungen, Eindrücke (für die Vergrößerung der Tabelle auf das Bild klicken!)! Ich denke, das erste Bild – übrigens mein Favorit – hat die passendsten Assoziationen bekommen.

Es ist Salvia sclarea, der Muskatellersalbei (in der Schweiz ein weibliches Kraut: die Muskatellersalbei). Das ätherische Öl ist auf der körperlichen Ebene ein(e) wichtiger Helfer(in) bei Menstruationsschmerzen und -Unregelmäßigkeiten, zudem macht es fröhlich, entspannt, fördert die Kreativität, ja es wirkt bei manchen Menschen sogar stark euphorisierend, wie Tisserand in einem Buch warnt. Ich assoziiere mit diesem Bild immer ganz viele ganz helle Comic-Stimmchen, sowas wie Außerirdische, die sich tierisch und ganz lautstark auf einem Jahrmarkt vergnügen.

Foto B zeigt unser Allrounder-Öl, der Helfer für alle Lebenslagen, der Retter in der Not: Lavandula angustifolia, der Lavendel. Die feinen Haare, die auf diesem durch ein Spezialmikroskop aufgenommenem Foto (die anderen Bilder natürlich auch, es sind freilich keine herkömmlichen Makrofotos) fast bedrohlich aussehen, haben zu einigen Irritationen geführt. Jedoch auch das schützende Element des Lavendel wurde mehrfach erwähnt, und die Ruhe und das Zuhause passend zu diese Duft. Auch das schlafende Dornröschen passt gut und natürlich die Schutzfunktion. Der Begriff ‚Symbiose‘ drückt vielleicht aus, dass dieses Öl sich mit allen und allem verträgt.

Foto C gibt es im Buch auch in einer Variation, wo die Hülle intakt ist, die Duftmoleküle geschützt und gut verpackt sind. Es handelt sich um Origanum vulgare, Oregano. Etliche Kommentare kann man gut in die Richtung interpretieren, dass es sich um ein mächtiges Öl handelt, es schützt und stärkt, es ist sogar ein wertvoller Kämpfer bei schweren Infektionen (Eiter und Schimmel/Pilzbefall). Es wirkt wärmend, durchblutungsfördernd und anregend (Kaffeebohnen…).

Foto D hat durch die intensive Färbung etwas für Irritation gesorgt, das sehr grüne Heilkraut ist jedoch oft zwischen all dem Grün rötlich, burgund, weinrot gefärbt. Es gibt Kraft, Mut und stärkt Hirn und Konzentrationsfähigkeit (und Fantasie und Entscheidungsfähigkeit). Es handelt sich um Mentha piperita, Pfefferminze. Sicherlich manchmal (bei Überdosierung) wie ein Nashorn, das einem schnell mal die Empfindlichkeit unserer Haut zeigt. Die ersten vier Motive zeigen übrigens recht enge Verwandte, alles Mitglieder der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae).

Foto E wurde öfters mit Geborgenheit, Stärkung und Struktur assoziiert. Auch mit Leckereien und Naschwerk. Es zeigt Zingiber officinale, den stark wärmenden Ingwer, der eine beliebte Zutat für edle Süßwaren ist, der zur ayurvedischen Küche gehört, der in der Erde wächst (Rhizom) und der wegen seiner Schärfe vorsichtig dosiert werden muss, sollte das Öl aus CO2-Extraktion stammen (destillierte Ingwer-Öle sind hautfreundlich, die Scharfstoffe gehen nicht mit Hilfe des Wasserdampfes über in das Öl). In einem alten Buch wurde er, wenn ich mich recht erinnere, zur Vorbeugung von Osteoporose zugeordnet.

Übrigens: da die Adresse der Dame, die das Buch verkauft, nicht zu bekommen ist, werde ich Frau Svoboda bitten, ob die gewünschten Bücher bei ihr direkt bestellt werden können. Ich gebe Bescheid, wenn die Antwort positiv ausfüllt.

iris germanica var. florentina: kostbarer duft


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyGenau am Tag, als die erste Irisblüte im AiDA-Garten die Sonne anblinzelte, kam eine Anfrage bezüglich der verwirrenden Namensgebungen des ätherischen Öles der Iris (mal Iris germanica, mal Iris florentina, mal Iris germanica var. florentina, mal Iris pallida). Auch wollte meine Buchleserin wissen, ob die körperliche Wirkung jener des Rosenöles gleichzusetzen sei und warum in manchen Büchern das hochgiftige Naphtalin als Inhaltsstoff angegeben sei.

Eigentlich habe ich momentan gar keine Zeit, Fragen zu beantworten, doch da Iris mein Lieblings-Duft ist, habe ich mal in meinen Botanik-Büchern geforscht und herausgefunden, dass die Antwort nicht eindeutig ist. Es scheint so, dass Iris florentina eine Unterart der Iris germanica ist (Florentiner Schwertlilie), also korrekt Iris germanica var. florentina geschrieben wird. In meinem seriösesten Nachschlagewerk von der Royal Horticultural Society wird Iris florentina gar nicht aufgeführt. In Wikipedia wird sie als Synonym zu Iris pallida geführt.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie sehr geschätzte Apothekerin und Autorin des wundervollen Buches „Iris“ (Abbildung, gibt es leider nur noch antiquarisch) Christina Kiehs-Glos beschreibt sie allerdings mit Berufung auf Dr. Erny-Rodmann vom Botanischen Garten der Uni Basel als unterschiedliche Arten:

„Iris germanica, Iris florentina und Iris pallida zeichnen sich durch den rhizomartigen Wurzelstock aus, die Ausbildung des Bartes auf den Hängeblättern und den hohen Wuchs. Alle drei gehören daher zur Barbata-Elatior-Gruppe, den hohen Bartiris-Arten.“

Feststeht, dass es unzählige Iris germanica-Hybriden und -Züchtungen gibt, dann also immer ein dritter Name dazugeschrieben wird. Iris pallida könnte laut Christina Kiehs-Glos die „Ur-Mutter“ dieser Iris-Gruppe sein. Ihre unscheinbaren Rhizome (Abbildung unten) duften alle, vor allem nach Fermentation. Irisöl wird zwar als ‚Blütenduft‘ bezeichnet, ist jedoch ein aus dem knolligen Rhizom gewonnener Duft. Man kann dieses erdige Element neben dem pudrig-blumigen Anteil auch gut riechen. Der Duftstoff Ionon (oder Jonon) wird auch Veilchenduft genannt, auf ihn reagieren Prostatakrebszellen mit Rückzug (zumindest im Laborversuch) – ich habe es an anderer Stelle hier beschrieben. Geraniol in Rosenöl hat jedoch auch antitumorale Eigenschaften.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDie körperliche Wirkung von (destilliertem) Irisöl ist anders als die Wirkung von Rosenöl. Während Rosenöl vor allem aus Monoterpenalkoholen und dem duftprägenden Phenylethanol besteht, ist Irisöl fast nur aus Sesquiterpen-Verbindungen zusammengesetzt. Rose wirkt stark schmerzlindernd (vor allem wenn man das Absolue einsetzt), ausgleichend bis leicht belebend und antibakteriell, Iris wirkt eher auf chronische Probleme, leicht entzündungswidrig, erdend-beruhigend, schleimlösend. Auf der seelischen Ebene sind sie möglicherweise vergleichbar einzusetzen, beide gelten als stark spirituell einzustimmende Düfte und werden darum gerne in der Sterbebegleitung angeboten.

Botanische Namen werden oft nicht korrekt aufgeschrieben, meine Bücher sind da keine Ausnahme. Es gibt ständig Änderungen (alle 5 Jahre), es gibt viele Synonyme, weder wir Autoren noch bei den Ölefirmen kann man immer auf dem Laufenden sein. Es müsste beispielsweise immer Mentha x piperita für Pfefferminze heißen und Rosa x damascena für Rose, das ist jedoch für uns botanische Laien zu umständlich. Auch Lavandula hybrida ist übrigens nicht korrekt.

Zu guter Letzt: Ich habe noch nie gelesen, dass Irisöl Naphtalin enthalten soll (hat jemand bereits davon gelesen? wenn ja, wo?) Jedenfalls sicherlich nicht in einem seriösen Buch. Aromatherapeuten und -Pflegende im deutschsprachigen Raum setzen nur das (extrem teure) Destillat der Iriswurzel ein. Vielleicht enthält das nicht besonders fein riechende, jedoch viel preisgünstigere Absolue bei Billigfirmen diesen mottenabwehrenden Giftstoff als Lösungsmittel???? Kann ich mir jedoch nicht vorstellen. Man sollte und kann das destillierte Irisöl circa 1%-ig dosieren, dann duftet es unglaublich fein-pudrig nach Veilchen. Manche Firmen (Farfalla, Neumond, Primavera) verkaufen es in dieser Verdünnung mit Alkohol, das ist dann bezahlbar. Ansonsten kostet 1 ml (circa 22 Tropfen) beim Marktführer fast 170 Euro!

Sabrina hat in ihrem neuen Vivere-Shop eine wundervolle Mischung aus einem besonderen Lavendel, Mandarine, Vanille und einer Prise Irisöl, das ist derzeit mein Lieblings-Abendöl zum Einschlummern. Ich benütze selten kommerzielle Parfums, doch ein sehr ungewöhnlicher Herrenduft hat es mir vor einigen Jahren angetan, er duftet zunächst interessant holzig und nach Atlaszeder, dann entwickelt sich eine wunderbar pudrige Note nach Iris- und Vanille/Ambratönen: Es ist Dior Homme, meiner Meinung nach eines der Parfüms, die wirklich den Namen verdienen und aus dem Einheitsbrei von „Männerdüften“ heraus leuchten, eben mit der ‚Göttin des Regenbogens‘, der Iris.

PS Die erste Abbildung aus meinem Garten zeigt eine Iris reticulata; die Bartiris blüht auch im frühlingsmilden Irland erst im Mai und Juni! Übrigens habe ich eben drei antiquarische Exemplare vom wunderschön samtig illustrierten Buch Iris von Hermann Hesse entdeckt, wahre Bücherfreaks, die ein poetisch-spirituelles Märchen schätzen, sollten es sich zulegen! Ich habe seinerzeit, als ich in einem Buchladen arbeitete, einige Original-Zeichnungen von Peter Dorn anschauen dürfen, einfach wundervoll!

jasmin als frostfeste duftpflanze


Ich war hoch erfreut, als mich nach meiner Rückkehr einer meiner vielen Jasmin-Ableger mit Blüten erfreute.

 

AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann

Ich experimentiere seit vielen Jahren um herauszufinden, welches der beste Platz für diese wild rankende Pflanze ist. Klar, im ungeheizten Gewächshaus fühlt sie sich wohl (hat aber noch nie geblüht), an diversen geschützten Orten ging es ihr auch recht gut (die größte, meterhohe Pflanze wurde vor zwei Jahren vom Hund geschreddert). Dieser Ableger durfte auf die Südterrasse, als Experiment sozusagen, wo er ständig mit salziger Meeresluft konfrontiert ist und auch mit den rekordverdächtigen 8 Minusgraden (in Südwest-Irland gibt es eigentlich keinen Frost) des letztes Winters auskommen musste. Und blüht bereits im zarten Alter von einem Jahr (und einer Rankenlänge von einem guten Meter)! Nun kann ja nichts mehr schief gehen und für nächstes Jahr plane ich eine Extraktion von hoffentlich viel mehr Blüten in duftendem Kokosfett ein.

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannMeine etwas mickernde klassische Apotheker-Rose Rosa gallica hieß mich auch mit ihren wundervollen gescheckten Blüten willkommen. Ihr ätherisches Öl enthält übrigens kein ach so giftiges Methyleugenol, so dass Ätherisch-Öl-Firmen in Zukunft vermutlich vermehrt auf diese uralte Rosenart zugreifen werden, um die Gesetze zu befolgen. In Leave-on-Kosmetik wie beispielsweise einem Rosen-Körperöl darf die Verdünnung nur noch (ganz grob) so sein: 1 Tropfen Rosenöl auf 1 Liter fettes Öl. Ist es moralisch korrekt, so ein Produkt dann noch Rosen-Körperöl zu nennen????

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannMeine Immortelle (Curryblume/Helichrysum)  hatte ich dieses Frühjahr kräftigst beschnitten, trotzdem sieht sie noch oder wieder recht zersaust aus.

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannDie schönen Alantpflanzen (Inula helenium und Inula graveolens) werden nun wochenlang blühen. Ihr fleischiges Rhizom (erinnert an eine Monster-Kohlrabiknolle) schmeckt so wie Iris-Öl duftet, das ätherische Öl daraus duftet jedoch grünlich-krautig-balsamisch. Es ist eines der aller-allerbesten Schleimlöser der Aromatherapie, eine Wohltat bei Nasennebenhöhlen-Problemen (Sinusitis). Allerdings wird es manchmal auch aus dem getrockneten Kraut destilliert, dann scheint es nicht diese durchschlagende Wirkung zu haben.

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannHier eine Ganze-Pflanze-Ansicht (bei grauem Wetter), man sieht diese Schönheit nun auch in Deutschland, Schweiz und Österreich in zahlreichen Gärten.

iriswurzel – betörend, erdig und blumig zugleich


Der ultimative Superduft von Erik ist angekommen. Fein, absolut fein, wenn auch superstark, noch feiner wird der „Veilchenduft“, wenn der Rohstoff stark verdünnt wird. Mein Koffer duftet wunderbar nach Iriswurzel (korrekter: Iris-Rhizom). Ich muss andauernd dran schnuppern. Da es sich um ein hochkonzentriertes Concrète, also „Irisbutter“ handelt, wird man bereits mit 10 Gramm (in etwas Ethylalkohol oder wie Erik vorschlägt [Di]propylene Glycol [DPG], ggfs auch Jojoba) jahrelang auskommen. Ursprünglich waren wir ja von 50 g pro Person ausgegangen. Da ich natürlich keine Cremedosen dabei habe, werde ich die Verteilung Ende nächster Woche zu Hause vornehmen.

Bis dahin erde, entspanne und erfreue ich mich in und an der Duftwolke, die selbst aus der fest verschlossenen Dose austritt! Schlaffördernd oder -vertiefend scheint der kostbare Duft auf alle Fälle zu wirken. Und noch zur Erinnerung: der Hauptduftstoff beta-Ionon wirkt laut Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt gegen Prostatakrebs, die Zellen dieses Organs erkennen und reagieren auf dieses Duftmolekül.

Ätherische Öle gegen Tumore


Bei einem meiner regelmäßigen Telefonate mit Dr. Dietrich Wabner berichtete er mir von seinem isländischen Kollegen Steinthor Sigurdsson, der Pflanzen auf ihre Antitumor-Wirkung hin untersucht(e). Er befasste sich u. a. intensiv mit Angelica archangelica. Die Furocumarine im Öl – vor allem Imperatorin – und Extrakte aus den verschiedenen Teilen dieser traditionell viel eingesetzten europäischen Heilpflanze werden vom pharmazeutisch-medizinischen Establishment derzeit heftig attackiert. Sigurdsson fand heraus, dass sie eine deutliche Wirkung gegen manche Tumore zeigen (antiproliferativ und Apoptose [Zelltod] fördernd). Im Reagenzglas, an krebskranken Mäusen aber auch an freiwilligen Betroffenen ausprobiert. Unabhängig davon, welcher Chemotyp an Angelikaölen eingesetzt wurde. Es geht um Brustkrebs und um Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Zudem docken diese verteufelten Inhaltsstoffe an die menschlichen Benzodiazepin-Rezeptoren an und wirken somit ähnlich anxiolytisch (angstmindernd) wie bestimmte Psychopharmaka. Auch zeigen sie eine deutlich lebensverlängernde Wirkung auf Zellen, welche mit diversen Viren infiziert wurden (Erkältungsvirus, Coxsakie-Virus und RS-Virus). [Sigurdsson S, Ogmundsdottir H, Hallgrimsson J, Gudbjarnason S. (2005). Antitumour activity of Angelica archangelica leaf extract.] Die Furocumarine zeigten eine Anti-Acetylcholinesterase Wirkung, so dass Angelikawurzelöl vermutlich bei Menchen mit demenziellen Erkrankungen unterstützend und gedächtnisfördernd eingesetzt werden kann, sie wirken auch als Kalziumantagonist, können also verkrampftes, schmerzendes und minderdurchblutetes Gewebe lockern.
Wer englisch kann, findet hier eine wunderbare Powerpoint-Präsentation zu den Tugenden des „pflanzlichen Erzengels“Angelika. Hier gibt’s eine seiner Studien als PDF-Datei, auch in englisch.
Übrigens: Wer Firefox als Browser benützt, kann sich ein automatisches kostenloses Übersetzungswerkzeug runterladen und als Leiste am Browserfenster installieren, die Texte werde zwar nicht grandios aber man erkennt den Sinn.

Körbchen mit wertvollem Rhizom



Das ist auch ein Körbchen voller Blüten.


Es ist die Blüte der fast 2 Meter hohen Alantstaude Inula. Möglicherweise Inula helenium, aber so genau weiß ich das nicht mehr, vielleicht auch Inula graveolens, sie sehen zum Verwechseln ähnlich, habe ich mir sagen lassen.


Alant ist mit der Sonnenblume verwandt, das sieht man.


Das ätherische Öl wird aus dem dicken Rhizom destilliert. Wenn man in die frische Wurzel beißt, duftet sie wie Irisöl, doch Alantöl duftet irgendwie grün-grasig-erdig. Es ist eines der besten Mittel bei völlig verschleimten Nebenhöhlen und Bronchien und sowohl für Inhalationen als auch für Salben gut geeignet. Neuere Studien von der Cork University hier in Irland lassen auf eine gute Wirksamkeit gegen MRSA (Krankenhauskeim) hoffen. Allerdings ist es ganz selten erhältich und wenn, dann sehr teuer!

PS Google hat mir eben beim Abschicken dieses Posts die folgende sicherlich automatisch übersetzte Anzeige eingespielt: Aromatherapy Mundgebrauch.

Chemisch abgesonderte ätherischen öle. Wissenschaftlich vorgerückt.