glücklich mit duftpflanzen und pflanzendüften


Ardnagashel_GunneraEin Bericht von Réjeanne Zbinden, die als Gewinnerin bei der Verlosung anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums von AiDA, meiner Schule für Aromatherapie, vergangene Woche an der Duft-Erlebnis-Woche am Meer in Südwest-Irland teilgenommen hat.

„Glücklich durch Düfte“, so lautet der Titel einer der vier Duftwochen, die Eliane dieses Jahr angeboten hat. Und für mich trifft er voll und ganz zu. Als Ende letzten Jahres auf ihrem Blog ein Wettbewerb gestartet wurde, bei dem es die erste dieser Wochen zu gewinnen gab, habe ich ohne grosse Hoffnung den Kommentar mit der Anzahl meiner ätherischen Öle und meinem Lieblingsöl abgesetzt – seit ich denken kann, habe ich an Wettbewerben teilgenommen, aber nie gewonnen.

Anscheinend hat mein Glück auf genau diesen Wettbewerb gewartet. Nicht nur wurde mein Name gezogen, sondern ich konnte sogar für eine andere als die ausgeschriebene Woche nach Irland reisen. Denn in meiner Sorglosigkeit habe ich die Ausschreibung nicht genau genug gelesen und darum nicht festgestellt, dass die ausgeschriebene Woche eigentlich gar nicht in meinen Terminkalender passte. Danke Eliane für den Wettbewerb und Deine Flexibilität.

Die Vorfreude war gross, Flug, Unterkunft in Dublin, Bus nach Cork und zurück rasch und bald gebucht. Und am Freitag, 12. Juli ging es dann endlich los: da die Flugzeiten ab Zürich etwas ungünstig liegen, war ein halber Tag in Dublin auch noch Teil meiner Irlandreise.

DublinBei bereits sehr sommerlichen Temperaturen (es sollte die ganze Woche so bleiben – das uns „angedrohte“ irische Wetter mit Regenschauern und eher kühlen Temperaturen hat uns verschont, mitgeschleppte Stiefel, Regenpellerinen und dicke Jacken wurden schon gar nicht ausgepackt) ging es am Samstag per Bus weiter nach Cork, wo ich von Markus abgeholt wurde. Auf dem Flughafen holten wir noch die Teilnehmerinnen ab, welche aus München angereist waren. Während der Fahrt nach Ardnagashel House konnten wir bereits zum ersten Mal die wunderschöne Gegend des Südwestens bewundern. Und obwohl kein Nebel über den Feldern hing, welcher die Szenerie in einen mystischen Dunst hätte hüllen können, konnte ich mir plötzlich vorstellen, dass überall Feen und Elfen schweben – ein seltsamer Traum.

In Ardnagashel House wurden wir von Eliane herzlich begrüsst und in unsere Zimmer geführt. Ich durfte das Gold-Zimmer beziehen, wunderschön im ersten Stock gelegen, mit einem traumhaften Ausblick über die Bucht. Viel Zeit für das Auspacken blieb nicht, die „offizielle“ Begrüssung, erste Einblicke in das geplante Programm und ein ausgezeichnetes Abendessen warteten auf uns. Und da war dieser magische Anziehungspunkt Kamin, respektive dessen Aufbau (Foto rechts), auf dem scheinbar unendlich viele Düfte nur darauf warteten, von uns entdeckt und erschnuppert zu werden. Erschöpft, erschlagen von vielen Eindrücken und fasziniert von neuen Ölen war bald einmal Nachtruhe angesagt.

DuftkofferWas in den nächsten Tagen folgte, war ein Highlight gereiht an das nächste. Nach einer Vorstellungsrunde draussen am Meer folgte am Vormittag ein erster Theorieteil über die „Kommunikation“ der ätherischen Öle mit den ältesten Teilen unseres Gehirns. Ein spannendes Thema, welches uns auch an den beiden weiteren halben Theorietagen fesselte und ein ganz neues Verständnis über die Wirksamkeit dieser wunderbaren Geschenke der Pflanzen an uns Menschen weckte. Es war ein intensives Geben und Nehmen von Wissen und Erfahrungen. Aufgelockert und vertieft wurde das Gelernte durch das Riechen an vielen unterschiedlichen Düften (ich sage nur Oud!) und das Herstellen eines Roll-On und eines Sprays. Doch die eigentlichen Highlights warteten draussen. Da waren einerseits die Gärten: den Garten und Wald von Ardnagashel House mit seinen riesigen Bäumen, Myrten-Dickicht und unendlich vielen Rhododendron-Sträuchern erkundeten wir am ersten Nachmittag.

Garinish IslandDer Bamboo-Park beeindruckte uns durch die gewaltige Lebenskraft des Bambusrohres und exotischen Pflanzen, welche eine Weltreise auf kleinstem Raum ermöglichten. Als Höhepunkt stand die Garteninsel Garinish Island (Foto links) auf dem Programm. Neben zauberhaften Anlagen nach Architekturvorbildern aus ganz Europa war auch hier die pure Kraft der Pflanzen zu spüren, die sich kaum von Menschenhand bändigen lässt. Ardnagashel Bamboo Park Garinish Island Neben den Gärten gab es auch die Gelegenheit, spannende Menschen kennenzulernen. Die beiden Aussteiger Sioned und David zeigten uns ihre Gärten und den von Hand neu angelegten Wald. Nicht nur ich bewunderte die Leidenschaft dieser Menschen, die sich mit dem Lebensnotwendigsten begnügen und ihre Vision einer besseren Welt konsequent leben und umsetzen. Auch von diesem Besuch kehrten wir mit neuem Wissen und Einsichten zurück nach Ardnagashel House. Mutterkraut in Sioneds Garten Aber so schön auch die von Menschenhand angelegten Gärten sind: besonders eindrücklich waren für mich die Landschaft (ja, ich weiss, auch sie ist von Menschen geprägt), die wir auf einer gemeinsamen Fahrt und dem Ausflug „im kleinen Kreis“ an unserem freien Nachmittag entdeckten.

DurseyVon Steinkreis, Buddhistischem Retreat, imposantem Leuchtturm bis hin zu Bergen, schroffen Klippen und Karibik-Sandstränden gab es alles zu sehen. Und dazwischen überall die Pflanzen, welche mich immer am meisten berühren: die Bachblüten. Holly, Honeysuckle, Heather, Centaury, Gorse – ein Paradies für mich. Auch die Tierwelt kam nicht zu kurz. Bereits auf der Fahrt nach Garinish Island wurden wir von ruhenden Robben beäugt. Auf der Waltour am letzten Tag nahmen sich die Wale zwar eine Auszeit, der eine kurz auftauchende Tümmler löste dafür die umso grössere Begeisterung aus und die Robben haben die grösseren Meeressäuger gut vertreten. Und wer einmal meinen Avatar gesehen hat, wird wissen, dass ein Land, in dem Wildkaninchen frei herum hoppeln, bereits ein paar Pluspunkte auf dem Beliebtheitskonto hat… Viel zu schnell neigte sich die Woche dem Ende zu, es hiess Abschied nehmen von Ardnagashel, den Frauen der Duftgruppe, den mitgereisten Männern und nicht zuletzt von Antje, Markus und Eliane.

Gorse_CenaturyLiebe Eliane, Ihr habt Euch ein wunderschönes Fleckchen Erde ausgesucht. Danke, dass Ihr es mit uns geteilt habt, dass Ihr uns an Eurer Faszination und dem grossen Wissen über Pflanzen, Land, Geschichte und Leute habt teilhaben lassen. Auch nach ein paar Tagen zuhause im Alltag ist meine Seele noch in Irland, sie kommt nur ungern zurück.

Wer Réjeanne kennen lernen möchte, kann nach Basel fahren 😉 oder sie auf ihrer  Website (klick!) besuchen! [© Fotos: Réjeanne Zbinden]

Fastnet Rock

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