osmanthus, das absolue bei angst


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIch bin eine bekennende Osmanthus-Fannin. Jeden unserer Duftwochen-Gäste hier im Südwesten Irlands mit seiner beeindruckenden subtropischen Flora führe ich zu den zahlreichen Osmanthus-Sträuchern. Diese sind allerdings wesentlich kleiner als der schattenspendende gigantische Osmanthus-Baum, unter dem ich jahrelang als Kind in Brasilien spielte (leider inzwischen gefällt wegen eines Parkplatzes). Der fruchtig-getrocknete-aprikosen-ähnliche Duft enthält auch eine Spur Jasminduft und sogar Iris-Noten). Dieses Parfum der winzigen Blüten muss sich tief in meine Neuronen eingebrannt haben. Die zahlreichen als Sträucher und Bäume wachsenden Osmanthusarten heißen auf deutsch ‚Duftblüte‘. Auf der Insel Mainau sind drei oder vier Arten zu bewundern.

In China, von wo die Pflanze stammt, werden die getrockneten Blüten mit ihrem fruchtigen Aroma eingesetzt, um edle Grüntees zu beduften (Gui Hua), auch manche Weine sollen sie aufwerten. Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDas nicht mehr überall erhältliche Absolue {•} WERBUNG: zum Bestellen bei Amazon klicken, danke für den kleinen Beitrag, der Sie nicht mehr kostet 😉 {•} muss stark verdünnt werden, damit der feine Blütenduft sich entfalten kann. Dem ätherischen Irisöl gar nicht unähnlich, kann dieses kostbare Kunstwerk unmittelbar auf die inneren Welten wirken. Hexenylbutanoat und Alpha-Ionon tragen zum fruchtigen Charakter dieses ungewöhnlichen Duftes bei.

Klar, dass er auf einer meiner 40 Psychoaromatherapie-Karten vorgestellt wird! (Einige Rest-Sets sind noch über Vivere erhältlich). Die Affirmation für diese Karte: „Ich wandle fröhlich und inspiriert auf kreativen Pfaden.“ Denn dieser Duft kann lockern, wenn es im Kreativitätszentrum klemmt, wenn eine Prise Heiterkeit das Leben bereichern soll, wenn Appetit auf Leben (und Süßigkeiten) lockt. Er passt wunderbar zu Zitrusdüften, insbesondere zu Mandarinenöl und zu Grapefruitöl. Umso erfreuter war ich, dass es eine nagelneue kleine wissenschaftliche Arbeit aus Japan dazu gibt.

In dieser randomisierten kontrollierten Studie erhielten 361 PatientInnen unterschiedliche Düfte vor einer als schmerzhaft, peinlich und unangenehm erlebten Darmspiegelung als Inhalation zu riechen: Lavendelöl, Grapefruitöl, Osmanthusabsolue, oder keinen Duft (Kontrollgruppe). Nach der Koloskopie, die bei keinem der PatientInnen Komplikationen hervorrief, sollten diese auf einer Skala Werte für ihre Angst und für ihr Gefühl von Unangenehmsein eintragen.
LeffingwellAls Ergebnis notieren die Autoren, dass der Osmanthusduft die Stärke der Angst signifikant reduzierte. Bei denen, wo starke Angst mit Unwohlsein vorhanden war, halfen Osmanthusduft und Grapefruitduft signifikant. [Hozumi H, Hasegawa S, Tsunenari T, Sanpei N, Arashina Y, Takahashi K, Konnno A, Chida E, Tomimatsu S. Aromatherapies using Osmanthus fragrans oil and grapefruit oil are effective complementary treatments for anxious patients undergoing colonoscopy: A randomized controlled study. Complement Ther Med. 2017 Oct;34:165-169]

Es gibt übrigens passend zum Absolue noch drei weitere Produkte von Primavera, die diesen Duft enthalten (allerdings kaum wahrnehmbar): Ein wunderbar cremiger Verwöhnender Duschbalsam, dazu passend ein Duschgel und eine Körpercreme. Gute-Laune-Luxus ohne Kalorien und gut zum Körper und zur Umwelt, man gönnt sich ja sonst nix zu wenig! Ein selbst gemachtes so richtig lecker duftendes Körperöl für die kühlere Jahreszeit könnte so aussehen und duften:

  • 40 ml Jojobaöl
  • 10 ml Arganöl
  • 8 Tropfen Osmanthus 5%
  • 8 Tropfen Grapefruitöl
  • 5 Tropfen Bio-Vanilleextrakt
  • 2-3 Tropfen Tonka-Extrakt

{•} Diese fetten und ätherischen Öle können beispielsweise bei Feeling (klick!) bestellt werden, danke für den kleinen Beitrag, der Sie nicht mehr kostet, der jedoch zur derzeit laufenden dringend notwendigen Renovierung dieser Seite eingesetzt wird {•}

Da es sich bei dieser neuen Studie um eine Hilfe für den eher seelischen Bereich der PatientInnen handelt, fallen mir noch Experimente ein, die den körperlichen Schmerz während dieses intimen und mit Scham belegten Eingriffs, lindern können. Vier Stunden vorab eingenommene Colpermin-Kapseln mit Pfefferminzöl (187 mg pro Kapsel) reduzierten in einem iranischen Versuch mit 65 PatientInnen Krämpfe und Schmerzen während der rektalen Einführung des Schlauches und verbesserten dadurch die Bildaufnahmen. [Shavakhi A, Ardestani SK, Taki M, Goli M, Keshteli AH. Premedication with peppermint oil capsules in colonoscopy: a double blind placebo-controlled randomized trial study. Acta Gastroenterol Belg. 2012 Sep;75(3):349-53]

Eine ähnliche Arbeit wurde bereits 2006 mit 205 PatientInnen in Japan durchgeführt.  Die Ergebnisse mit dem eingenommenen Pfefferminzöl waren signifikant besser als in der Kontrollgruppe ohne Pfefferminzöl (P < 0.001). [Mizuno S, Kato K, Ono Y, Yano K, Kurosaka H, Takahashi A, Abeta H, Kushiro T, Miyamoto S, Kurihara R, Hiki N, Kaminishi M, Iwasaki A, Arakawa Y. Oral peppermint oil is a useful antispasmodic for double-contrast barium meal examination. J Gastroenterol Hepatol. 2006 Aug;21(8):1297-301]

Während diese „Von-oben“-Maßnahme von dem Patienten notfalls selbst vorgenommen werden kann (beispielsweise mit der Einnahme von Carmenthin-Kapseln), können die Endoskopie-Profis auch „von unten“ arbeiten: Fünf Jahre vorher erhielten 409 PatientInnen circa 20 ml einer Lösung aus 1 Liter Wasser, 8 ml Pfefferminzöl und 0,2 ml des Lösungsvermittlers Tween 80 rektal eingeführt. Die Kontrollgruppe (bestehend aus 36 PatientInnen) erhielt nur Wasser mit Lösungsvermittler. Bei 88, 5 % der PatientInnen der Pfefferminzegruppe wurde ein mindestens 20 Minuten andauernder zufriedenstellender spasmolytischer (krampflösender) Effekt notiert, auch bei 33,3 % der Ohne-Pfefferminze-Gruppe war eine krampflösende Wirkung zu beobachten (p<0.0001). Bei PatientInnen mit Reizdarm (IBS) war die Wirksamkeit signifikant niedriger (p < 0.0001). Es gab keine negativen Nebenwirkungen. [Asao T, Mochiki E, Suzuki H, Nakamura J, Hirayama I, Morinaga N, Shoji H, Shitara Y, Kuwano H. An easy method for the intraluminal administration of peppermint oil before colonoscopy and its effectiveness in reducing colonic spasm. Gastrointest Endosc. 2001 Feb;53(2):172-7].

Mein Artikel von 2013 zur Duftblüte ist hier und hier nachzulesen. Inhaltsstoffe (Abb. oben rechts) und mehr Infos: Leffingwell

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riechstoffe bewusst wahrnehmen und damit in kommunikation treten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieKaum jemandem in der „herkömmlichen“ Aromatherapie- und Aromapflege-Szene ist bewusst, wie wichtig der ganz individuelle und aktuelle Wohlfühlduft ist und wie stark dieser helfen und stützen kann – ja, uns sogar von seelischen Knoten befreien kann. Wie nützlich wäre es, wenn man PatientInnen mit individuell, durch seine/ihre Nase ausgesuchten ätherischen Ölen helfen dürfte. Es ist äußerst spannend, wie uns unsere Nase aktuelle „Nachrichten“ aus dem Inneren schicken kann. Zudem ist es erschreckend, wie störend der „falsche“ Geruch auf jemanden wirken kann.

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Duftkommunikation sichtbar gemacht: Eine Version des Duftkreises nach Christine Lamontain

Nun wird in den meisten Ausbildungen der Pflanzenduft „von außen“ vorgestellt und wahrgenommen. Ich habe als Riechender eigentlich nichts damit zu tun, ich trete nur in seltenen Fällen in bewussten Austausch mit den Duftmolekülen. Ich sage vielleicht: „den mag ich“, oder „da könnte ich mich hineinsetzen“ oder auch „bäh, der stinkt ja!“. Doch was genau haben diese Äußerungen mit mir, mit meiner momentanen Befindlichkeit zu tun, wie können mir solche Wertungen Wege aufzeigen, tiefe Seelenschichten zu erkennen? Trete ich in WIRKlichen Kontakt mit dem Duft, erlebe ich eine Art der Kommunikation mit den Riechmolekülen. Doch wer nimmt sich die Zeit, und schnuppert mit geschlossenen Augen am Fläschchen oder noch besser am Riechstreifen, ohne den Namen der Pflanze nachzulesen? Wer spürt in sich hinein, schaut nach Innen, um zu erfassen, wo genau was passiert? Genau damit befasst sich die Osmologie: Sie ist die Lehre des Riechens und untersucht die eher psychischen Wirkungen von Pflanzendüften, Parfümstoffen und auch von „Stinkern“ auf das menschliche Empfinden und Verhalten.

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Christine im Sommer 2016 in Südwest-Irland

Ein Mensch, der in Duftkommunikation geschult ist, ist eine Art gut geschulter „Dolmetscher“. Er oder sie wird kleinste Veränderungen in der Mimik oder in der Körperhaltung während des Schnupperns beobachten. Er oder sie nimmt wahr, ob und wie der Riechstoff in Kommunikation mit dem betreffenden Menschen gegangen ist. Diese geduldige und aufmerksam-achtsame Person ist sowohl mit den chemisch-physiologischen Seiten des Riechens und der Duftmoleküle vertraut. Sie hat zudem Offenheit, Empathie und vor allem einen ganz natürlichen Respekt gegenüber ihren Klienten und KursteilnehmerInnen. Ein(e) Duftkommunkations-Expertin/e braucht niemanden zu beschwatzen oder zu überzeugen, sie/er muss und möchte gar keine Öle verkaufen, schon gar nicht einer bestimmten Marke. Es werden in einigen Fällen sogar – eher umgekehrt – unterschiedliche Düfte und Firmen mit dem gleichen Pflanzennamen zur behutsamen Auswahl angeboten. All dies habe ich in den letzten zwei Jahren in der Zusammenarbeit mit der begabten Christine Lamontain schätzen gelernt und sehr bewusst erfahren dürfen.

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Zwischen persönlichen Dufterfahrungen im geschützten Raum werden auf Exkursionen viele Duftpflanzen in ihrer natürlichen (subtropischen) Umgebung WAHRgenommen und beGRIFFEN

Ich durfte wunderbar befreiende Erlebnisse von TeilnehmerInnen mit erleben, wenn sie mit Hilfe von „ihrem“ Naturduft den einen oder anderen Knoten in ihrem Inneren lösen konnten. Ich gebe zu, auch mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich der ätherischen Öle war ich bisweilen fast ein wenig erschreckt darüber, dass mir bislang noch so viele neue Erkenntnisse entgangen waren. Christine schildert solche Erlebnisse auf ihrer Blog-Seite hier (klick!)

Sie hat bei Martin Henglein, dem Erschaffer der Integralen Osmologie, ihr „Handwerkszeug“ gelernt und diese Methode viele Jahre geübt und für sich angepasst, sie hat auch im Zuge ihrer osmologischen Arbeit den OsmoAnker kreiert, und ist selbst immer wieder erstaunt, wie wirksam diese Technik ist. Christine sagt dazu „Bis jetzt war dieses Werkzeug einfach nur selbstverständlich … ist es jedoch nicht, denn es gibt wesentliche Unterschiede zum allgemein bekannten ‚Duftanker‘, der im NLP oder in hypnotisch orientierten Methoden Verwendung findet.“

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Frühe unterschiedliche Versionen des Archetypischen Duftkreises von Martin Henglein (achtziger Jahre)

Deshalb heißt er auch nicht mehr „Duftanker“, sondern jetzt „OsmoAnker“. Er ist aus der Duftkommunikation mit Christines Wissen aus dem NLP (Ankern) 2014 entstanden. Sie bringt ihn mit zu der ihre Kurswochendenden und Kurswochen mit inspirierenden Dufterfahrungen.

Ich konnte Christine dafür gewinnen, im kommenden Jahr zum dritten Mal zu mir nach Irland zu kommen: Vom 27. Mai bis zum 03. Juni 2017, zur Zeit der unglaublich schönen Manukablüte, können InteressentInnen wieder Seele-Baumeln-Lassen (am Meer) und viel Neues erfahren und erfühlen; jede(r) kann dann in entspannter Atmosphäre, drinnen, im weitläufigen Park oder sogar am Meer üben, in Gruppen oder alleine mit den unterschiedlichsten Naturdüften in Kommunikation zu treten. So kann später mit diesen Erfahrungen anderen Menschen, ob in der Familie oder im beruflichen Umfeld, wirklich individuell und achtsam geholfen werden. Infos gibt es hier (klick!). Der FRÜHBUCHER-RABATT gilt noch etwas mehr als einen Monat (bis 21. Dezember 2016, ab 820 € inkl. 6 Übernachtungen im Zweibettzimmer, Exkursionen, Eintritte, Öle, Seelen-Roll-on). Wer sich entschließt, nach dieser Woche weiterzumachen, bekommt diese Kurstage angerechnet bei einer mehrteiligen Fortbildung von Christine Lamontain, beispielsweise in Kiel, Jena, Graz und im Hunsrück bei Sabrina Herber. Infos zu den unterschiedlichsten osmologischen Themengebieten sind auf ihrer super zu lesenden Website zu finden: Das olfaktorische Duftgespräch (klick!).

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Christine und Eliane heißen Sie herzlich Willkommen für 6 Tage mit spannenden Duft-Erfahrungen [Abb li. Sabrina Herber; Abb re: Christine Lamontain]

psycho-aromatherapie-karten


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieNach vier Jahren der Entwicklung und Erprobung (in selbst ausgedruckter/laminierter und dann in digital gedruckter Version) sind endlich die 4o wichtigsten ätherischen Öle und Absolues, die eine starke psychische Wirkung haben, von der „richtigen“ Druckerei geliefert worden. 

Diese Karten eignen sich zum Lernen des jeweils aktuell geltenden lateinischen Names (einige Namen werden immer wieder mal geändert), der deutsche Name ist freilich auch vorhanden, die für die (psychische) Wirkung wesentlichen Inhaltsstoffe sind aufgelistet, dazu Affirmationen, welche eine mögliche Wirkung, insbesondere auf seelische Prozesse, beschreiben.

Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDie Fotos sind möglichst naturgetreu, damit beim g00glen von Fotos auch die korrekte Wahl erkannt wird (wie oft erlebe ich in Facharbeiten völlig falsche Abbildungen, weil G00gle das angeblich so gesagt hat!). Wenn man sie wie ein Memory-Spiel mit der schönen Seite nach unten auslegt, kann man Kunden/Patienten eine oder zwei Karten ziehen lassen, oft bewirkt die Affirmation erstaunliche Reaktionen, die zur aktuellen Lebenssituation der Person passen und die (Vorab-)Wahl des richtigen Öles erleichtern. Alle Besteller können eine 10-seitige PDF-Datei mit einer kleinen Einführung in die Psycho-Aromatherapie und Erläuterungen zu den Affirmationen per E-Mail anfordern (neroli ät eircom punkt net > bitte korrekt ausschreiben, dies ist ein Spam-Schutz).

Anmerkung Dezember 2016: Die erste Auflage der karten ist VERGRIFFEN, sie werden voraussichtlich erst im Frühsommer 2017 wieder erhältlich sein.

 

jasminöl bei knötchen in der brust


Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieMogra (Jasminum sambac) ist ein exzellentes Absolue (durch Lösungsmittel extrahiertes „ätherisches Öl“) bei einer Neigung zu Knötchen in der Brust, berichtete auf der Aromatherapie-Konferenz Botanica2014 (klick!) die temperamentvolle Ayurveda-Fachfrau aus Australien Farida Irani. „Knötchen“ in der Brust meint nicht bösartigen Brustkrebs, sondern kleine (gutartige jedoch oft schmerzhafte) Verhärtungen, Zysten, die so genannte Mastopathie, verursacht durch hormonelles Ungleichgewicht. Da ich vor einigen Tagen zwei Fotos meiner Jasmin sambac-Pflanze auf Facebook gepostet hatte und unglaublich viele „Likes“ bekam (so viel mehr Zustimmung als hier auf meinem guten alten Blog 😉 ), würdige ich diese wundervoll duftende Pflanze auch hier. Frau Irani sprüht nur so vor Leben und man kam gar nicht dazu, alles aufzuschreiben, beispielsweise was sie bei den Defiziten von Vata empfiehlt (Kreuzkümmel, Davana, Tulsi/Heiliges Basilikum). Bei mangelndem Pitta müssen Blütendüfte her, vor allem das Absolue aus Kewda (Schraubenbaum, Pandanus odoratissimus, hier beim „Gewürzepapst Gernot Katzer (klick!) findet man klasse Infos über dieses Gewürz).  Bei einem Mangel an Kapha empfiehlt sich vor allem Gewürznelke, Cardamom und wieder Tulsi (eines der wichtigen indischen Alleskönner-Öle). Für Menschen, die keine ätherischen Öle vertragen, empfahl sie das Mazerat von Brahmi (Bacopa monnieri) in Sesamöl. Dieses fette Öl gibt sie auch allen Menschen mit, die sich einer Bestrahlungstherapie unterziehen müssen. Für Frauen, die unbedingt schwanger werden wollen, der Klapperstorch jedoch ausbleibt, empfiehlt sie Davanaöl (klick! Artemisia pallens, es duftet wunderbar fruchtig-süßlich und etwas nach Whiskey! und bestimmt den Duft der Granatapfelserie einer großen deutschen anthroposophischen Kosmetikfirma mit dem Anfangsbuchstaben W). Bei diversen Tumoren gibt sie Ashwagandha (klick!), ein ganz wichtiges Stärkungsmittel in der traditionellen indischen Medizin. Es hilft bei Schwächezuständen, bei seelischen Durchhängern und laut einigen Studien schützt es Nervenzellen vor noch mehr degenerativem Zerfall wie bei Morbus Alzheimer. Sie gibt es auch Menschen die an Fibromyalgie leiden (Weichteilrheumatismus mit psychischen Krisen). Auch Safran-Attar (in Sandelholzöl hinein destilliert) empfiehlt sie bei Krebs. Bei Angstzuständen empfiehlt Frau Irani das ätherische Öl von Curcuma longa, einem Verwandten der Gelbwurz, die das Currygewürz gelb färbt. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieZurück zum Jasmin-Absolue, das seine rote Farbe vom Indol-Anteil erhält. Das ist der Fäkal-Riechstoff, der speziell weißen Blüten, welche Nachtinsekten anziehen, einen manchmal eher unangenehmen Unterton gibt. Im Gewächshaus hinter unserem Seminarhaus konnten das viele TeilnehmerInnen meiner Kurse bestätigen (dort blüht immer noch Jasminum officinalis). Als tausende von Blüten geöffnet waren, war der schwere Duft/Geruch rund ums Gewächshaus kaum auszuhalten. Eliane Zimmermann AiDA Schule für AromatherapieDieser Riechstoff (Stinkstoff?) macht – in raffinierten Spuren eingesetzt – Parfüms für uns Menschen ziemlich unwiderstehlich. Kein Wunder, er ist ein Bestandteil unseres Gehirnstoffwechsels. Als ich diese Tatsache vor einigen Jahren in einem Fachbuch fand, war ich doch etwas erstaunt, dass sich dieses anrüchige Molekül sowohl „da unten“ als auch in unserem Kopf befindet. Und dort für Wohlbefinden sorgt. So ist es kein Wunder dass Frau Irani Jasmin sambac-Absolue (klick!) bei depressiven Zuständen und Ängsten empfiehlt. Anscheinend reguliert es unseren aus der Balance geratenen „Happylizer“-Stoffwechsel (also die Botenstoffe, die für Wohlbefinden sorgen sollen). Sie empfiehlt, Ätherische-Öle-Mischungen für die Seele auch immer rund um den Bauchnabel einzureiben, dem Zentrum unserer Ausgeglichenheit und Balance. Sie rät zudem dazu, diesen schweren Duft auch als Deo einzusetzen, als kühlende Gesichtspflege und sogar bei Geschwüren. Sie schloss ihr unglaubliches Feuerwerk an Tipps und Rezepturen mit obigem Spruch von Paramahansa Yogananda und überreichte der Gastgeberin Rhiannon Harris (klick!) als Zeichen des Dankes und der Anerkennung einen großen Schal (eher eine Stola). Frau Irani hat es übrigens geschafft, in ihrer Heimat Australien eine staatliche Anerkennung für ihre Kurse in Ayurvedischer Aromatherapie zu erhalten. Dazu mehr auf ihrer Website Subtle Energies (klick!). Die gesammelten Vorträge dieser Konferenz kann man bis zum 30. September mit 25 Euro Ermäßigung hier (klick!) als Download-Datei erwerben (75 Euro statt 100 Euro).

frühe duftblüten mit erhebender wirkung: osmanthus und skimmia


Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIm dschungelartigen Park hinter unserem Gäste- und Seminarhaus blühen zwei unscheinbare Sträucher, deren betörender Duft nur bei näherer Betrachtung (und Beriechung) in die Nase springt, doch kein Mensch bemerkt sie derzeit, niemand vermutet trotz Frühlingsatmosphäre solche Naturparfüms im Februar-Garten. Der Osmanthusstrauch (Osmanthus fragrans) liefert ein natürliches Tee-Aroma für aprikosige und pfirsichartige Noten. Er kommt ursprünglich vermutlich aus China. [Die farbig hervor gehobenen Wörter sind übrigens aktive Links, welche zu mehr Informationen oder Bezugsquellen führen – für die LeserInnen, die immer mal wieder nachfragen 😉 ]

LeffingwellDer Namensbestandteil ‚Osm‚ hat mit ‚Riechen‘ zu tun (Osmologie, die Lehre des Riechens) und ‚anthus‚ bedeutet ‚Blüte‘, es handelt sich also um den „Duftblüten-Strauch“ (bei uns hier in Irland gibt es fast nur die Art Osmanthus delavayi, sie hält etwas Frost aus, die anderen Arten brauchen sehr viel Sommer-Wärme, können beispielsweise am Bodensee wachsen). Dieses Pflanzenparfüm, das aus Dutzenden von Duftmolekülen besteht, gehört zur Grundausstattung der (konventionellen) Parfümherstellung. Kürzlich habe ich die links abgebildete Analyse des Duftes bei der Parfüm-Rohstoffe-Seite Leffingwell gefunden, sie zeigt uns beispielhaft, wie komplex Blütendüfte sind, mit wie vielen Inhaltsstoffen wir in der Aromatherapie zu tun haben. Absolues sind aufgrund des Gewinnungsverfahrens komplexer zusammengesetzt als Destillate, denn auch größere Moleküle werden aus dem Pflanzenmaterial gelöst. Ganze Orchester an fein duftenden Inhaltsstoffen beglücken also unser Nase, die ‚Mini-Moleküle‘, die unter einem Prozent vertreten sind, haben höchstwahrscheinlich eine starke Wirkung auf die Psyche, sind sie doch oft Lockstoffe, welche die Insekten betören. Die Anteile unseres „Insektengehirnes“ verstehen diese Sprache durchaus noch.

Ich liebe den fruchtigen Duft des kostbaren Absolues des Osmanthus ganz besonders, denn – wie ich erst als Erwachsene entdeckte – lieferte er eines der prägenden Aromen meiner Kindheit in Brasilien. Ich suchte Schatten und spielte unter so einem sehr großen und ausladenden Baum mit meinen Geschwistern, den ich rückblickend eher als eine riesige breitkronige Eiche oder Kastanie einschätzen würde. Das Absolue ist eine psychoaromatische Rarität, das stimmungsaufhellend wirkt, der Fantasie Flügel verleihen kann, Leichtigkeit vermittelt und irgendwie eine Prise farbenfrohen Schillerns in Mischungen hineinzaubern kann. Der ungewöhnliche Duft passt hervorragend zu Vanille, Tonka und fruchtigen Zitrusnoten wie Grapefruit und Mandarine. Interessanterweise besteht Osmanthus-Duft aus circa einem Viertel Ionon, das ist das prägende Molekül des destillierten Irisduftes, der schillernde Regenbogen schwingt also deutlich mit. Zudem weist das auf eine antitumorale Wirkung hin. Auch der so gut verträgliche  stimmungsregulierende und antibakteriell wirksame ‚Lavendelalhohol‘ Linalool macht circa 25 Prozent des Duftes aus.

Das Motto dieses Öles in der Psycho-Aromatherapie kann lauten: Ich wandle fröhlich, unbeschwert und inspiriert auf kreativen Pfaden. Bei Maienfelser erhält man übrigens ein Osmanthusblütenwasser (Hydrolat) und bei Oshadhi gibt es ein wundervolles Attar of Osmanthus (Osmanthusblüten in Sandelholzöl hinein destilliert), das ich bereits seit circa 20 Jahren besitze, es ist sozusagen „ewig“ haltbar. In dieser Baumschule kann man übrigens eine Pflanze bestellen, Samen gibt es hier.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieDer zweite „unauffällige“ momentane Blüher hier in Südwest-Irland ist der Skimmiastrauch (Skimmia japonica) aus der Familie der Zitrusgewächse (Rutaceae), dessen weiße Blüten ‚maiglöckiger‘ duften als Maiglöckchen-Blüten. Das ätherische Öl wird allerdings aus den Blättern des im Himalaja beheimateten Strauches (Skimmia laureola)  gewonnen, es duftet eigenartig grün-harzig-minimal-zitrusartig und ist meines Wissens nach nur bei Maienfelser erhältlich. Es enthält gut 55 Prozent Linalylacetat (der entkrampfend wirkende Monoterpen-Ester aus Lavendel), dazu 17% zweier unterschiedlicher Geijeren-Verbindungen, 2,5% Geranylacetat 2% Geraniol sowie etwas Nerol und Citronellol (hier ist eine GC-Analyse zu finden). Das seltene Öl könnte also für antibakteriell wirksame Maßnahmen eingesetzt werden. Den Strauch haben übrigens viele Menschen im Kübel an der Haustür stehen oder wegen der giftroten Beeren auch im Wohnzimmer, allerdings braucht man dafür je ein männliches und ein weibliches Exemplar, da die Pflanze zweihäusig ist. (Abbildung Tabelle links: Leffingwell)

PS Vielen Dank übrigens für die vielen Kommentare und E-Mails zum Beitrag über den ethischen Umgang mit ätherischen Ölen. Da möglicherweise seitens der Eurokraten noch mehr Naturdüfte als Allergene als jetzt schon eingestuft oder gar verboten werden sollen, ist eine risikoarme Verdünnung von ätherischen Ölen (unter 3 Prozent) wichtiger denn je!

diesen duft mag ich aber gar nicht, der stinkt!!!


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAm 23./24. März wird ein bemerkenswertes Seminar mit Christine Lamontain stattfinden. Sie beschäftigt sich nicht nur seit „Ewigkeiten“ (Ausbildung bei mir vor bald 20 Jahren) mit Düften, sondern sie ist auch fasziniert von der „anderen“ Seite: von Gerüchen, Ekel und Gestank. Sie untersucht und referiert darüber, wie es Menschen in Pflegeberufen ergeht, wenn es stinkt (Tumore, Wunden, Desinfektionsmittel, Zimmermief etc). Ich hatte zu diesem Thema mal mit ihr eine kleine Umfrage hier auf dem Blog gemacht, inzwischen gibt es 173 Antworten. 43 Prozent der MitmacherInnen nehmen insbesondere die schlechten Gerüche im Klinikumfeld wahr. Was macht diese „Stressinformation“ mit den betreffenden Menschen? Viele haben ein schlechtes Gewissen („ich möchte helfen und pflegen und doch ekele ich mich [heute-öfters-immer] vor meiner Arbeit„). Erhöhen schlechte Gerüche die Stressbelastung in pflegenden Berufen? Machen Mief und Ekel davor vielleicht sogar krank oder zumindest anfällig? Was kann man dagegen tun?

Wie wäre es mit dem persönlichen „Hungerduft“, der Duft „in den ich mich neisetze‘ könnte„? Der Duft der mich bedingungslos stärkt, der mir so richtig gut gut, der mich einhüllt, beschützt und stärkt. Christine hat auch zwei unterschiedliche Ausbildungen in Osmologie genossen und inzwischen viel Erfahrung mit Beratungen, damit Menschen zu dem augenblicklich benötigten Duft kommen. Als aus der Wissenschaft kommende Frau versteht sie es auf meisterliche Weise und ohne esoterisches Brimborium, die Reaktionen, Gefühle und Antworten einzuordnen, die anhand des Original Duftkreises nach Martin Henglein gefunden wurden und diese in den idealen Wohlfühlduft zu übersetzen. Im besten Sinne ist das „Psycho-Aromapflege-Coaching“: Christine berät Menschen zu mehr Wohlbefinden zu kommen, sie zu stabilisieren und damit ihre Gesundheit zu stärken (und somit gar nicht erst krank zu werden). Und sie zeigt, wie es geht. Am 23./24. März im wunderschönen Seminarhaus im Grünen von Vivere (Sabrina) in Schwollen im Hunsrück, mit dem Zug aus Frankfurt gut zu erreichen. Lassen wir Christine selber über „Duftkommunikation“ sprechen:

Nein, diesen Duft mag ich aber gar nicht, der stinkt!!!…und dabei haben Sie sich solche Mühe gegeben, Ihr ganzes fundiertes WissenEliane Zimmermann AiDA Aromatherapy über ätherische Öle verantwortungsvoll aufgewandt, um in einer Situation einem Menschen hilfreiche Unterstützung anzubieten. Anstatt eine „angenehmere und glücklichere Situation“ für diesen Menschen hervorzurufen und ein anerkennendes Lächeln zu erhalten, kommt ein schlichtes und ablehnendes NEIN! Das mag ich nicht, das riecht nicht gut …!

Frustration auf beiden Seiten. Gratis! Was ist geschehen, dass das, vom aromapflegerischen Standpunkt, optimale ätherische Öl abgelehnt wird? Es ist möglicherweise sein Duft, der dies bewirkt, verbunden mit einer unbewussten „Duftinformationsspeicherung“ beim Empfänger.

Der Duft als Informationsträger der Pflanze berührt beim Menschen seelische Aspekte. Die Ablehnung eines Duftes deutet darauf hin, dass es auf dem Lebens-Spielfeld noch eine thematische „Aussenseiter-Position“ gibt, die gerne integriert werden möchte, jedoch momentan noch „kräftig zu schaffen macht“. Es fehlen im Augenblick geeignete „Werkzeuge“, um diese „Kiste“ verletzungsfrei zu öffnen. Die Ablehnung signalisiert sehr klar, aus dem eigenen sinnvollen Schutzmechanismus heraus: lass mich BITTE! damit in Ruhe und das ist grundsätzlich respektvoll zu akzeptieren.

Ein Beispiel: Lavendel gilt allgemein als der „Schlafförder-Papst“, so wird ein Lavendel-Duftkissen gekauft und aufs Kopfkissen gelegt. Zu Beginn des Riechtestes wird der Wunsch geäußert, ich möchte gerne wieder besser schlafen können, das Säckchen wirkt auch nicht, es wird sogar lästig… Als der Duftstreifen mit einem unbekannten Tröpfchen (Lavendel) gereicht wird, kommt eine prompte und „vernichtende“ Ablehnung: …das ist ja furchtbar! Nee, da wird mir schlecht und mir dreht sich der Magen um. Das ist zum K…!

Es gab noch etwas zu klären und „ins Reine“ zu bringen, wie die Nachfrage bestätigte. Der Lavendel forderte unbestechlich dazu auf und das Lavendelsäckchen hinderte erfolgreich daran, dieser Situation zu „entschlafen“. Unterstützung bot die Mandarine rot, sie brachte die Augen zum Strahlen und löste Begeisterung aus. Selbst der Lavendel wurde „erträglicher“…

Der Duft, der Begeisterung hervorruft, hat genügend „Energie“, um die Batterien wieder aufzuladen und ermöglicht ein wohltuendes seelisches und körperliches Setting. Er stärkt und stabilisiert und weckt die Lebensgeister

So kann beispielsweise der Duft von Fichtennadel einem alten Menschen helfen, sich leichter an neue belastende Situationen anzupassen, ohne daran zu zerbrechen. Im Sinnbild tragen die Äste der Fichte die Schneelast, geben nach und lösen so das Abrutschen der Last aus, die Äste haben wieder Raum. Von der biochemischen Seite, unterstützt das ätherische Öl der Fichtennadeln die Atmung, löst die „Anspannung“, reinigt die Atmosphäre und macht wieder weit und frei.

Auf eine sehr spannende Art und Weise, ist diese olfaktorische Reise in die seelisch-biologischen und auch „sozialen“ Themen der ätherischen Öle geeignet, Duftimpulse für den Alltag, für Lebenssituationen und für eine sinn(voll)anregende Pflege nachhaltig lebendig werden zu lassen.

Meiner Art der Duftkommunikation, liegt die integrale Osmologie und der Duftkreis nach Martin Henglein zu Grunde. Das wesentliche Grundprinzip dabei ist, mit Hilfe des Duftes, den Menschen zu stärken und zu stabilisieren, seine „Lebens-Kraft-Elemente“ wieder in verfügbare Ressourcen zu bringen, die Persönlichkeit weiter zu entfalten und damit eine Verbesserung der Lebensqualität sowie die Wiederentdeckung von Sinn und Sinnlichkeit in seiner unmittelbaren Lebenswelt erfahrbar zu machen. In dieser Duftarbeit bringt die eigene Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis so manches Erstaunen über die (noch) vorhandenen inneren kostbaren Perlen. Das Gefühl der Handlungsfähigkeit und der Selbstbestimmtheit tritt wieder in den Fokus.

Gerne möchte ich mit Ihnen meine jahrelange Erfahrung, in dieser Duftarbeit, teilen und Sie in die „Geheimnisse“ der Duftkommunikation einführen. Grundsätzliches zu vermitteln, so dass Sie praktisch, in Ihrer Arbeit mit ÄÖ, die Möglichkeiten erweitern können. Die eigene Erfahrung und das Erkennen von Zusammenhängen werden die Basis dabei bilden. Die Biochemie der ÄÖ erfährt dabei einen erweiterten Blickwinkel und hilft manche Phänomene besser zu verstehen.

das absolue der mimose


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDa es heute bei vielen von Ihnen/euch närrisch zugeht und bei Karnevalsumzügen (früher zumindest) entzückende Mimosensträußchen zwischen die Kamellen geworfen worden sind, heute ein paar Eindrücke frisch aus Spanien.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyLeserin Alberte K. hat mit diesen so wundervoll duftenden Puschelblütchen Gelee gekocht und mir die Fotos zum Zeigen im Blog überlassen, vielen Dank!

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Die bis zu 5 Meter hohen Bäume sind streng genommen keine Mimosen sondern Akazien (Acacia dealbata L.), sie sind mit Erbsen, Bohnen und Gartenwicken verwandt (Familie der Fabaceae) und sowohl wind- als auch frostempfindlich. Hier im Südwesten-Irlands hat der Eis-Winter 2010/2011 viele Bäume niedergemetzelt, einer hier in der Nähe wurde dann noch fürchterlich beschnitten, so dass er erst in diesen Tagen anfängt sehr verhalten zu blühen. Zwei Bäume im Park unseres in 10 Tagen zu beziehenden Gästehauses haben den Jahrhundertfrost nicht überlebt, es könnte aber sein dass sie nach einiger Zeit wieder ausschlagen, diese Bäume sind sehr schnittfreundlich und vital.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Der Duft wird mit Lösungsmitteln (Hexan) extrahiert und wird dann eine mehr oder weniger zähe Paste, die mit Alkohol verdünnt werden muss, damit sich der traumhafte Duft gut entfalten kann. Das Absolue enthält ein Palmitinsäure-Aldheyd, dazu Anisaldehyd, Acetophenon und Methylacetophenon. Also eher ungewöhnliche Verbindungen. Es wirkt stark auf die Psyche und gehört zu den absoluten Wohlfühl- und Stimmungsaufhellerdüften. Insbesondere für Menschen die eher ‚dünnhäutig‘ sind, die nicht mit Kritik umgehen können und die zart besaitet sind fühlen sich zu diesem pudrig-einhüllenden Duft hingezogen. Der Duft ist auch aus Acacia decurrens erhältlich, und es gibt den ähnlichen Akazien-Duft aus Acacia farnesiana von Farfalla und Maienfelser. Bei Primavera gibt es eine 15-prozentige Verdünnung in Ethanol (Trinkalkohol), die man noch weiter verdünnen kann und wundervoll als Parfüm verwenden kann. Wer sich diesen Frühjahresgruß als (fast) Naturparfüm gönnen möchte, kann sich den traumhaften Duft von Florascent Mimosa gönnen.

Eliane Zimmermann AiDA Aromatherapy

Die echte Mimose übrigens, bei der sich auf jede Berührung die zarten gefiederten Blättchen schließen, ist kein Baum, sondern ein südamerikanischer, wuchernder Halbstrauch, blüht violett und enthält für den Menschen giftige Inhaltsstoffe. In meiner Kindheit in Süd-Brasilien bin ich oft diesem kuriosen Unkraut begegnet und habe gerne damit gespielt „wer kann in einer Minute die meisten Blättchen schließen?“ etc). Auf Wikipedia kann man in einem Video sehen, wie die Blätter reagieren, in vielen Botanischen Gärten ist das zart aussehende Pflänzchen life zu bewundern.

ätherische öle bei stressreaktionen


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyNein, das ist kein Weihnachtsstern und auch keine Deko für den Adventskalender! Es sind Stichworte für eine Übung, um die beiden gegensätzlich wirkenden Anteile des vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystems zu verdeutlichen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyDer eine Anteil, regiert vom Nervus vagus (Parasympaticus), ist für Regenerationsvorgänge vorgesehen, er fördert Ruhe, Erholung und Genuss sowie alle körperlichen Vorgänge, die damit verbunden sind. Medikamente (und Lebensmittel), die den Serotoninspiegel erhöhen, Nikotin und Morphin heizen ihn an. Und auch ätherische Öle, die reich an Estern sind, wie

  • Mandarine
  • Bergamotteminze
  • Bergamotte
  • Ylang Ylang
  • Römische Kamille
  • Jasmin
  • Muskatellersalbei
  • dazu auch Öle, die Cumarine (Tonkabohne) und
  • Furocumarine enthalten (alle Zitrusschalenöle)
  • extrem verdünnte Öle mit Aldehyden: Lemongras, Zitronemyrte, Litsea
  • einige Holzöle, die Sesquiterpen-Verbindungen enthalten tragen auch zum Entspannungsfaktor bei: Atlaszeder, Virginiazeder, Adlerholz sowie Vetiverwurzel

Wir modernen gehetzten Menschen leben so oft und zu lange im hoch-aktivierten Sympathicus-System, wir müssen leistungsfähig und alert sein, wir rennen sozusagen im konstanten Fluchtmodus. Das ist ein uraltes Programm, welches das Überleben sichern sollte, Kraft zum Wegrennen und Kämpfen sichern sollte. Das ist gut so, doch oft können wir nicht mehr richtig abschalten und selbst nachts will der regenerierende parasympathische Anteil sich nicht mehr richtig einschalten.

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Wer jedoch zu müde ist, lahm, antriebslos, der kann seinen Sympathicus mit Adrenalinspritzen, Alkohol, Atropin und Haschisch anheizen oder lieber zu folgenden Öle greifen:

  • kampferhaltige Öle wie Rosmarin, Speiklavendel und Salbei (Borneon)
  • Öle mit hohem Eukalyptol-Anteil: Cardamom, Eukalyptus radiata, Cajeput, Myrte türkisch, Ravintsara
  • Nadelöle wie Balsamtanne und Weißtanne sowie Wacholder und Pfeffer (alpha- und beta-Pinen)
  • Öle mit deutlichem Phenolanteil: Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Gewürznelke
  • leicht überdosierte (bis 3 Prozent) Öle mit Aldehyden: Lemongras, Zitronemyrte, Litsea, Zitroneneukalyptus

Beide Anteile ausgleichend, also weder besonders anregend noch besonders beruhigend, wirken Öle mit einem recht hohen Anteil an Monoterpenalkoholen, sie holen die AnwenderIn dort ab, wo sie sich momentan befinden, fördern den Anteil, der ‚es gerade nötig‘ hat.

  • Rosengeranie
  • Rose
  • Palmarosa
  • alle stark linalool-haltige Öle wie Lavendel, Petit Grain, Rosenholz, Koriandersamen, Ho-Blätter
  • alle Öle mit Sesquiterpenolanteil wie Sandelholz und Patchouliblätter sowie Diterpenolen wie Muskatellersalbei, Zypresse und Weihrauch (Erythrea).

Da es sich um Naturprodukte handelt, welche je nach Anbieter starke Schwankungen der Inhaltsstoffe aufweisen und zudem Vielstoffgemische sind, ist diese Zuordnung nur ein ungefährer Hinweis. Zudem ist es wichtig zu bedenken, dass nicht nur der höchste Anteil eines Inhaltsstoffes etwas über die Wirkung aussagt, sondern dass auch Inhaltsstoffe mit Anteilen unter einem Prozent stark wirken können (beispielsweise Mandarine und Muskatellersalbei). Und dass die Vorlieben der AnwenderInnen unbedingt berücksichtigt werden müssen.

Essential oils are a useful aromatic medicine to help our body and mind adjust to the every day demands of our busy lifes. Some oils support our repair and relax mechanisms like mandarine and other citrus peel oils and clary sage, roman chamomile, ylang ylang and bergamot mint. Others help to activate the system like rosemary, sage, fir, eucalyptus, black pepper, thyme (thymol) and clove buds. Oils which are rich in monoterpenols help to balance both systems individually: rose, geranium, palmarosa, petit grain, lavender, coriander seed, rosewood. Also small amounts of sesquiterpenols and diterpenols have a great balancing effect: sandalwood, patchouli, clary sage, cypress and certain kinds of frankincense.

ätherische öle als winterliche stimmungsaufheller


Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyEs ist Herbst, es ist kalt, es ist feucht. Viel zu früh wird es dunkel. Und mein Griff in den Gewürz- und Teeschrank weist in Richtung Glücksmoleküle. Nach vielen Monaten trinke ich wieder Earl Grey Tee, der mit dem stimmungsaufhellenden Bergamotteöl angereichert wird. Er ist ganz einfach selbst herzustellen: In eine Packung mit preiswertem Bio-Schwarztee (lose oder als Teebeutel) gibt man ein Stück zusammengefaltetes Küchenpapier, auf das man je nach Geschmack zwei bis drei Tropfen Bio-Bergamotteöl getropft hat, lässt es mindestens eine Woche ziehen, ab und zu schütteln oder umschichten kann nicht schaden. Die besonders stimmungsaufhellenden Furocumarine werden ja inzwischen nach und nach aus dem Öl genommen (wenn das Öl als Kosmetikum deklariert ist), also auf unverfälschte Ware (zur Raumbeduftung oder als Lebensmittel) achten. Diese Stoffe verstärken sozusagen die Lichtintensität, das kann gut für die Stimmung sein, kann jedoch auf der Haut für unerwünschte Bräunungen (Pigmentstörungen, Verbrennungen) sorgen, wenn sie zu viel und in Kombination mit bestimmten UV-Strahlen einwirken.

Ich schmunzelte über mich, als ich mich zum wiederholten Mal beim Griff zur Muskatnuss ertappte. Die arme braune ‚Knolle‘, musste monatelang einsam und allein im dunklen Schrank verbringen, der Appetit darauf war komplett verschwunden. Nun sind aber die amphetamin-ähnlichen Inhaltsstoffe wieder gefragt, ganz instinktiv und nasengesteuert. Das ätherische Öl dieser Frucht (oder aus dem umhüllenden Macis) hat, in der Duftlampe benutzt, eine anregende Wirkung auf das ZNS (Zentralnervensystem), was zur Förderung der Konzentration, der Kreativität und des Ideenflusses führen kann. Es ist allerdings nur in sehr geringer Dosierung und nur für gesunde Erwachsene geeignet (obwohl der Wirkstoff in Cola-Getränken enthalten war oder noch sein kann). Hier weist die Nase auch den Weg, ein Hauch zu viel und Muskatöl (und auch als Gewürz im Essen) wird bitter und ekelhaft.

Ein verbotenes ätherisches Öl stammt aus den roten Narbenschenkeln einer im Herbst blühenden Krokusart (Crocus sativus L.): Safranöl. Die mühsame Ernte in Spanien (Consuegra in der La Mancha bei Toledo) und im Wallis (beim Örtchen namens Mund) ist sicherlich seit Kurzem beendet. Iran liefert jedoch den Großteil der Jahresernte, circa 85 Prozent. Auch die Türkei und Afghanistan sind Produzenten  des gerne und reichlich verfälschten „Goldes“ der Gewürzbasare.

Immer früh am Morgen geht’s auf die Felder, in gebückter Haltung, die Blüten sind zart. Anschließend werden – teilweise in Heimarbeit – drei Fäden pro Blüte gezupft. Eine professionelle Zupferin schafft circa 10 bis 15 Gramm pro Stunde. Aus 200 000 Blüten wird gerade mal ein Kilo des Paella-Gewürzes gewonnen, es hat auf dem Weltmarkt einen Preis von bis zu 1500 US-Dollar. Das besondere Aroma entwickelt sich erst während des folgenden Trocknungsprozesses. So ist es kein Wunder, dass ein Gramm circa 10 Euro im Geschäft kosten wird. Diese Kostbarkeit wurde früher übrigens verwendet, um Gewänder von buddhistischen Mönchen mit dem unverwechselbar-leuchtenden Gelb zu färben.

Der Wirkstoff Safranal, ein Monoterpen-Aldehyd, ist für das Aroma verantwortlich. Ihm werden krampflösende Eigenschaften zugeschrieben, da er als Agonist (fördernd) auf die GABA-A-Rezeptoren wirkt. Ganz ähnlich wie mit Myristicin im Muskatöl hängt es mal wieder von der Dosis ab: Eine kleine Menge wirkt lösend und stimmungsaufhellend, zu viel wirkt schädigend. Vermutlich wird ähnlich wie bei Johanniskrautextrakten die Wiederaufnahme von bestimmten Neurotransmittern (Dopamin und Serotonin) gefördert.

In Tierversuchen und auch bei Experimenten mit Menschen konnte eine vielversprechende antidepressive Wirkung von Safranextrakten nachgewiesen werden. Also „Safran macht den Kuchen gel‘ “ singen und ab und zu damit würzen!

Wer mehr zu diesem kostbaren Gewürz nachlesen möchte, dem sei dringend das Buch Gold in der Küche von der „Aromatherapie-Päpstin“ Susanne Fischer-Rizzi ans Herz gelegt. Sie gibt auch immer wieder mal Seminare zum goldenen Thema.

PS Ich möchte an dieser Stelle allen UnterstützerInnen danken, für die reichlichen Bestellungen meines neuen Buches (und sonstiger Dinge)!